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Swiss Observer

Sunrise erwägt im Rahmen eines Sparprogramms den Abbau von bis zu 450 Stellen

Sunrise erwägt den Abbau von bis zu 450 Vollzeitstellen. Der zweitgrösste Telekommunikationsanbieter der Schweiz will damit seine Betriebskosten senken. Die mögliche Umstrukturierung würde einen der grossen Kommunikationsarbeitgeber des Landes betreffen.

Sunrise erwägt im Rahmen eines Sparprogramms den Abbau von bis zu 450 Stellen
AIThe Local Switzerland

Bei Sunrise sind nun bis zu 450 Vollzeitstellen gefährdet, beim zweitgrössten Telekommunikationsanbieter der Schweiz. Das in Glattbrugg ansässige Unternehmen gab am 21. September die mögliche Umstrukturierung bekannt. Es wolle die Betriebskosten senken und seine Position in einem Markt stärken, der von raschem technologischem Wandel geprägt sei.

Der geplante Abbau würde rund 15,5 Prozent der 2'900 Mitarbeitenden von Sunrise betreffen, falls er vollständig umgesetzt wird. Damit gehört der Plan zu den bedeutenderen angekündigten Personalveränderungen bei einem grossen Schweizer Kommunikationsarbeitgeber.

Sunrise hat nicht bekannt gegeben, wie viele Stellen letztlich wegfallen werden. Auch ist noch unklar, ob die neue Zahl die zuvor angekündigten 147 Entlassungen einschliesst oder zusätzlich zu diesen kommt. Während das Unternehmen seine Pläne ausarbeitet, bleibt der endgültige Umfang der Umstrukturierung offen.

Die Ankündigung rückt die Kostenkontrolle ins Zentrum der aktuellen Strategie von Sunrise. Der Anbieter erklärte, er strebe mittelfristig «erhebliche Einsparungen» an, ohne ein konkretes finanzielles Ziel zu nennen. Mitarbeitende, Gewerkschaften und Politikerinnen und Politiker werden nun auf Einzelheiten zu den betroffenen Bereichen und zum Zeitplan eines allfälligen Konsultationsverfahrens warten.

Unternehmen will Betriebsmodell neu ausrichten

Sunrise zufolge soll die Umstrukturierung das Betriebsmodell verändern, statt lediglich die Zahl der Mitarbeitenden zu reduzieren. In der Mitteilung verwies das Unternehmen auf neue Markt- und Technologietrends sowie auf die Notwendigkeit, die operative Umsetzung zu verbessern und seine Marktposition zu sichern.

Die Telekommunikationsbranche erfordert laufende Investitionen in Netze, digitale Dienstleistungen und Kundensysteme. Sunrise hat weder angegeben, welche internen Abteilungen von einem Abbau betroffen sein könnten, noch welche Funktionen in den möglichen 450 Stellenstreichungen enthalten wären. Damit stehen die Backoffice-, technischen und administrativen Strukturen des Unternehmens unter Beobachtung, obwohl keine bestimmte Einheit als Ziel genannt wurde.

Das Unternehmen grenzte mehrere kundennahe Bereiche ausdrücklich aus. Mitarbeitende in Verkaufsstellen, im Verkauf und im Kundendienst dürften weitgehend nicht betroffen sein, teilte Sunrise mit. Die Formulierung lässt Ausnahmen zu, deutet aber darauf hin, dass die geplanten Einsparungen wahrscheinlich andere Bereiche der Organisation betreffen.

Sunrise machte auch keine Angaben dazu, ob betroffene Mitarbeitende intern versetzt werden könnten, ob offene Stellen nicht besetzt würden oder ob freiwillige Abgänge Teil des Prozesses sein könnten. Diese Entscheidungen werden bestimmen, wie rasch das Unternehmen seine Kosten senken kann und wie direkt sich der Plan auf die bestehenden Mitarbeitenden auswirkt.

Umstrukturierung reiht sich in breiteren Schweizer Trend ein

Die möglichen Stellenstreichungen bei Sunrise erfolgen während einer breiteren Welle von Personalabbau in der Schweiz. Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben bedeutende Stellenverluste angekündigt oder bereiten diese vor, wie aus einer von The Local zitierten Übersicht hervorgeht. Der Trend lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf den Druck, unter dem Arbeitgeber stehen, wenn sie Kosten kontrollieren und sich an eine veränderte Nachfrage anpassen wollen.

Die Stellung von Sunrise verleiht der Ankündigung besonderes Gewicht. Telekommunikationsanbieter beschäftigen viele Menschen in technischen, kaufmännischen und unterstützenden Funktionen. Gleichzeitig bilden ihre Dienstleistungen die Grundlage des Alltags von Unternehmen und Haushalten im ganzen Land. Ein Abbau von bis zu 450 Stellen würde deshalb über einen einzelnen Unternehmensstandort hinausreichen, auch wenn das Unternehmen die betroffenen Orte und Bereiche noch nicht genannt hat.

Die verfügbaren Informationen belegen nicht, ob der Plan des Telekommunikationsanbieters mit den anderen in der Schweiz gemeldeten Stellenstreichungen zusammenhängt. Sie zeigen jedoch, dass Sunrise auf denselben Kostendruck reagiert, der die Entscheidungen im gesamten Privatsektor beeinflusst.

Für die Mitarbeitenden steht zunächst Klarheit im Vordergrund. Das Unternehmen muss noch erklären, welche Stellen wegfallen könnten, wie die zuvor angekündigten 147 Entlassungen mit dem neuen Vorhaben zusammenhängen und wann die Mitarbeitenden einen endgültigen Entscheid erhalten.

Die nächsten Schritte werden die Auswirkungen bestimmen

Sunrise hat weder einen Zeitplan noch eine endgültige Zahl der Stellenstreichungen oder einen Sparbetrag veröffentlicht. Diese drei offenen Punkte werden den weiteren Verlauf der Geschichte prägen. Das Unternehmen hat einen möglichen Abbau von bis zu 450 Vollzeitstellen angekündigt. Die endgültige Zahl könnte jedoch tiefer liegen und die 147 zuvor gefährdeten Stellen möglicherweise einschliessen oder auch nicht.

Das erklärte Ziel des Unternehmens sind «erhebliche Einsparungen» mittelfristig. Ohne konkrete Zahl können Aktionärinnen und Aktionäre sowie Mitarbeitende die erwarteten finanziellen Auswirkungen noch nicht einschätzen oder das Ausmass des Abbaus mit den umfassenderen betrieblichen Anforderungen von Sunrise vergleichen. Die geplante Umstrukturierung ist weiterhin ein Vorhaben in Ausarbeitung und kein abgeschlossenes Entlassungsprogramm.

Die kundennahe Belegschaft scheint teilweise geschützt zu sein: Verkauf, Verkaufsstellen und Kundendienst gelten als weitgehend nicht betroffen. Andere Mitarbeitende benötigen weitere Informationen zu den geprüften Bereichen, möglichen internen Versetzungen und dem Konsultationsverfahren.

Sunrise ist ein bedeutender Arbeitgeber im Schweizer Kommunikationssektor. Die nächsten Mitteilungen werden zeigen, ob das Unternehmen tiefere Betriebskosten mit den Netzwerkinvestitionen und der Kundenbetreuung verbinden kann, die von einem landesweiten Telekommunikationsanbieter erwartet werden.