WorldSkills
Schweizer Lernende glänzen an den WorldSkills mit 12 Medaillen
Schweizer Lernende gewannen an den WorldSkills in Shanghai 12 Medaillen. Sie waren damit das stärkste europäische Team und gehörten weltweit zu den drei besten.

Zwölf Medaillen brachten die Schweiz nach vier Wettkampftagen in Shanghai an die Spitze Europas. Die Schweizer Delegation holte vier Gold-, zwei Silber- und sechs Bronzemedaillen und platzierte die Schweiz an den WorldSkills 2026 unter den drei besten Teams weltweit.
Das Ergebnis erzielten 42 Lernende, die ihre praktischen Fähigkeiten mit Konkurrentinnen und Konkurrenten aus aller Welt massen. Zur Delegation gehörten junge Berufsleute, die im Schweizer Lehrlingssystem ausgebildet wurden. Dabei teilen die Lernenden ihre Zeit zwischen Unterricht und Arbeit in einem Betrieb auf.
SwissSkills erklärte, die Teilnehmenden hätten sich intensiv auf den Anlass vorbereitet und Fachtrainings mit stundenlangem Üben kombiniert. Ihre Leistung beschert der Schweiz einen weiteren starken Auftritt auf der globalen Bühne der Berufsbildung. An den WorldSkills Lyon 2024 gewann das Schweizer Team 15 Medaillen und war erneut die stärkste europäische Delegation. 2022, als der Wettbewerb dezentral durchgeführt wurde, holte die Schweiz 19 Medaillen.
In Shanghai fiel die Medaillenzahl geringer aus als bei diesen jüngsten Resultaten, doch die Platzierung bleibt bedeutend. Die Delegation behauptete den Platz der Schweiz unter den stärksten Ländern im Berufswettbewerb und zeigte, dass ein berufsbezogener Weg ins Arbeitsleben international konkurrenzfähige Resultate hervorbringen kann.
Fähigkeiten durch Berufslehren entwickeln
Jede Schweizer Medaille steht für einen Ausbildungsweg, der Schulunterricht mit täglicher Arbeit verbindet. Die Teilnehmenden in Shanghai erlernten ihre Berufe vor dem internationalen Wettbewerb im Rahmen einer Berufslehre in der Schweiz.
Das Schweizer Lehrlingssystem bietet jungen Menschen einen festen Platz in einem Betrieb, während sie eine berufliche Ausbildung absolvieren. Arbeitgeber bilden Lernende in den Methoden, Werkzeugen und Standards ihrer Branchen aus. Berufsfachschulen vermitteln die breitere technische und theoretische Grundlage. Diese Verbindung hält das Lernen nahe an den Anforderungen der tatsächlichen Arbeitswelt und gibt den Lernenden wiederholt Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden.
Das System umfasst zahlreiche Berufe, von Hotellerie und Sanitär bis hin zu Industrietechnik und schwerem Maschinenbau. Bei WorldSkills werden diese Fähigkeiten unter grossem Druck geprüft. Die Teilnehmenden werden nach Präzision, Geschwindigkeit, Fachwissen und der Qualität der fertigen Arbeit beurteilt.
Die Schweizer Resultate in Shanghai sind eine eindrückliche Demonstration dieses Modells. Die jungen Berufsleute des Landes absolvierten nicht alle denselben akademischen Ausbildungsweg. Sie kamen aus verschiedenen Berufen und Kantonen und brachten ihre Berufserfahrung in einen Wettbewerb ein, der die stärksten praktischen Fähigkeiten der Welt sichtbar machen soll. Ihre Vorbereitung zeigt zudem, dass eine Berufslehre kontinuierliche Betreuung, spezialisiertes Training und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Arbeitgebern und Berufsverbänden erfordert.
Die Goldmedaillengewinner im Porträt
Fünf Schweizer Teilnehmende wurden in vier Fachgebieten Weltmeister. Ian Hofer aus Turbenthal im Kanton Zürich und Cyrill Koller aus Rossrüti im Kanton St. Gallen teilten sich den Titel in Industry 4.0, einer Kategorie rund um vernetzte Produktion und moderne industrielle Systeme.
Die übrigen Goldmedaillengewinner vertraten ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche. Fina Niebergall aus Zürich gewann im Bereich Hotelkommunikation, in dem Servicewissen, Organisation und der klare Austausch mit Gästen gefragt sind. Matthias Steiner aus Lyssach im Kanton Bern holte den Titel in Sanitärinstallation. Sandro Amrhein aus Balterswil im Kanton Thurgau gewann in der Baumaschinenmechanik, einem Beruf, bei dem es um Diagnose, Reparatur und Wartung leistungsstarker Maschinen geht.
Gemeinsam zeigen die Gewinner die Breite der Schweizer Berufsbildung. Industry 4.0 verbindet digitale Systeme mit der Fertigung. Hotelkommunikation setzt auf zwischenmenschlichen Kontakt und organisatorische Disziplin. Sanitärinstallation und Baumaschinenmechanik erfordern technische Genauigkeit, Sicherheit und praktische Problemlösungskompetenz.
Auch die kantonale Herkunft der Teilnehmenden ist von Bedeutung. Das Schweizer Berufsbildungssystem ist in einem dezentralisierten Land verankert und verbindet lokale Betriebe und Schulen mit nationalen Abschlüssen. Das Team aus Shanghai machte dieses regionale Netzwerk international sichtbar. Die Weltmeister kamen aus Zürich, St. Gallen, Bern und dem Thurgau.
Medaillen mit dem Fachkräftebedarf verknüpfen
WorldSkills macht den Fachkräftemangel zum sichtbaren Thema für die ganze Nation. Der Schweizer Erfolg in Shanghai rückt Berufe ins Rampenlicht, auf die Arbeitgeber täglich angewiesen sind, darunter Industrietechnik, Hotellerie, Sanitär und Maschinenwartung.
Der Wettbewerb misst kein abstraktes Potenzial. Junge Berufsleute müssen anspruchsvolle Aufgaben nach strengen Vorgaben und innerhalb festgelegter Zeitlimits erledigen. Damit wird der Anlass zu einer öffentlichen Prüfung praktischer Fähigkeiten, die Unternehmen benötigen, während sich Technologie, Infrastruktur und Dienstleistungen weiterentwickeln.
Die Berufe der Schweizer Goldmedaillengewinner umfassen sowohl etablierte Handwerke als auch neue technische Tätigkeiten. Industry 4.0 steht für die wachsende Bedeutung von Automatisierung und vernetzter Produktion. Sanitärinstallation und Baumaschinenmechanik bleiben für Gebäude, Verkehr und industrielle Abläufe unverzichtbar. Hotelkommunikation steht für die menschlichen und organisatorischen Fähigkeiten, die im Tourismus und in der Hotellerie gefragt sind.
Das Quellenmaterial enthält keine nationalen Zahlen zu offenen Stellen oder Prognosen. Die Medaillenbilanz kann die Fachkräftelücke deshalb nicht beziffern. Sie zeigt jedoch, wie berufliche Ausbildungswege junge Menschen auf spezialisierte Funktionen vorbereiten und diesen Berufen öffentliche Anerkennung verschaffen können. Die internationale Bühne stärkt zudem das Profil der Berufslehre, während Arbeitgeber in technischen, industriellen und dienstleistungsorientierten Branchen auf ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind.
Den Schwung mitnehmen
Shanghai bestätigt die Beständigkeit der Schweiz, während die Medaillenzahlen zeigen, wie hoch die Messlatte inzwischen liegt. Das Land gewann 2026 zwölf Medaillen, nach 15 in Lyon 2024 und 19 im Jahr 2022. Jeder Wettbewerb hatte sein eigenes Format und Teilnehmerfeld. Die Zahlen sollten deshalb nicht als einfache Rangliste über mehrere Jahre hinweg verstanden werden.
Konstant bleibt die Position der Schweiz unter den führenden Nationen. Die Delegation war in Shanghai das beste europäische Team und erreichte dieselbe Auszeichnung in Lyon. Diese Bilanz zeigt Arbeitgebern, Berufsfachschulen und kantonalen Behörden, dass das Ausbildungsnetzwerk des Landes auf höchstem internationalem Niveau bestehen kann.
Die nächste Herausforderung besteht darin, den Erfolg im Wettbewerb in eine breitere Beteiligung umzuwandeln. WorldSkills zieht aussergewöhnliche junge Berufsleute an, während das Lehrlingssystem Tausende Lernende in vielen Berufen ausbilden muss. Um die Qualität zu sichern, braucht es eine starke Beteiligung der Betriebe, gut ausgestattete Berufsfachschulen und Ausbildnerinnen und Ausbildner, die mit digitalen Werkzeugen und sich wandelnden Arbeitsstandards Schritt halten können.
Für Schweizer Lernende bietet die Medaillenausbeute einen sichtbaren Weg, durch praktische Fachkenntnisse Anerkennung zu erlangen. Für die Gesamtwirtschaft unterstreicht sie den Wert von Investitionen in die Menschen, die in den Betrieben des Landes bauen, reparieren, Maschinen bedienen und Dienstleistungen erbringen.