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Swiss Observer

E-Voting-System der Schweizerischen Post besteht jüngsten öffentlichen Sicherheitstest

Die Schweizerische Post teilt mit, dass ihre E-Voting-Plattform einen dreiwöchigen öffentlichen Penetrationstest ohne kritische Schwachstellen bestanden hat. Ethische Hacker reichten 85 Berichte ein, und das Unternehmen bestätigte sechs Feststellungen. Die Teilnahme am Test hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

E-Voting-System der Schweizerischen Post besteht jüngsten öffentlichen Sicherheitstest
AISWI swissinfo.ch

Die E-Voting-Plattform der Schweizerischen Post hat ihren jüngsten öffentlichen Sicherheitstest ohne kritische Schwachstelle bestanden, womit das Unternehmen ein neues technisches Ergebnis vorweisen kann, während die Schweiz den vorsichtigen Einsatz digitaler Stimmzettel ausweitet. Ethische Hacker testeten im Juli 2026 knapp drei Wochen lang eine identische Kopie des Abstimmungssystems. Die Übung simulierte den gesamten Abstimmungsprozess und ermöglichte es den Forschenden, die Plattform zu untersuchen, ohne eine laufende Wahl zu beeinträchtigen.

Während des Tests erhielt die Schweizerische Post 85 Berichte und bestätigte sechs Feststellungen. Das Unternehmen stufte eine als schwerwiegend, eine als mittelschwer und vier als geringfügig ein. Laut der Schweizerischen Post hätte die schwerwiegende Schwachstelle die Verfügbarkeit des Abstimmungsservers beeinträchtigen können, nicht aber die Sicherheit der abgegebenen Stimmen.

Der Test lieferte somit ein gemischtes, aber klar umrissenes Ergebnis: Die Forschenden fanden Schwachstellen, doch keine davon fiel in die kritische Kategorie des Unternehmens. Die Schweizerische Post erklärte zudem, ihre digitale Urne habe den Angriffen standgehalten. Für die Schweiz, wo die Sicherheit von Wahlen ebenso sehr vom Vertrauen der Öffentlichkeit wie von technischen Schutzmassnahmen abhängt, bleibt der Unterschied zwischen dem Erkennen einer Schwachstelle und dem Offenlegen von Stimmzetteln zentral.

Hacker aus aller Welt erhöhen den Druck auf die Schweizerische Post

Laut der Schweizerischen Post gab es mehr als 403’000 Zugriffe von 5’479 IP-Adressen aus 107 Ländern,. Die Teilnahme war mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr, als beim Test Aktivitäten von 2’600 IP-Adressen aus 54 Ländern registriert wurden. Die grössere Reichweite setzte die Plattform einer grösseren und vielfältigeren Gruppe von Sicherheitsforschenden aus.

Diese Zahlen messen die Aktivität, nicht erfolgreiche Angriffe. Ein Zugriff stellt nicht automatisch einen Schwachstellenbericht dar, und eine IP-Adresse lässt nicht auf eine einzelne Person schliessen. Sie zeigen jedoch, wie gross die Aufmerksamkeit für die elektronische Abstimmungsinfrastruktur der Schweiz ist.

Die internationale Teilnahme spiegelt auch den öffentlichen Charakter der Übung wider. Ethische Hacker erhielten die rechtliche Genehmigung, nach Schwachstellen zu suchen, bevor Kriminelle sie ausnutzen konnten. Ihre Arbeit umfasste die simulierte Abstimmungsumgebung. Die Schweizerische Post prüfte die Berichte und stufte die bestätigten Feststellungen nach Schweregrad ein.

Die verstärkte Überprüfung ist wichtig, weil elektronische Abstimmungssysteme sowohl gezielten technischen Angriffen als auch anhaltender öffentlicher Kontrolle standhalten müssen. Die Veröffentlichung der Testergebnisse gibt Aussenstehenden eine Grundlage, um die Widerstandsfähigkeit der Plattform zu beurteilen. Die bestätigten Feststellungen zeigen zugleich, dass es sich weiterhin um eine aktive Suche nach Fehlern handelt und nicht um eine rein zeremonielle Genehmigung.

Die schwerwiegende Feststellung betraf die Verfügbarkeit

Die schwerwiegendste bestätigte Schwachstelle gefährdete die Verfügbarkeit, nicht die Sicherheit der Stimmzettel. Laut der Schweizerischen Post hätte die als schwerwiegend eingestufte Schwachstelle die Verfügbarkeit des Abstimmungsservers beeinträchtigen können. Das Unternehmen erklärte nicht, dass das Problem Stimmen hätte verändern, die Wahlentscheidung einzelner Stimmberechtigter hätte offenlegen oder die digitale Urne hätte kompromittieren können.

Diese Unterscheidung ist bei einem Wahlsystem bedeutsam. Eine Störung kann den Zugang zu einem Online-Abstimmungsdienst verhindern und Stimmberechtigte dazu zwingen, einen anderen Kanal zu nutzen oder es erneut zu versuchen. Eine Beeinträchtigung der Sicherheit der Stimmzettel würde andere Fragen aufwerfen, darunter jene nach Vertraulichkeit, Integrität und Überprüfbarkeit der Stimmabgabe. Der Ausgangsbericht nennt die Auswirkungen der bestätigten schwerwiegenden Feststellung, liefert aber keine technischen Einzelheiten zum Angriff oder zur Behebung des Problems.

In ihrer öffentlichen Mitteilung erklärte die Schweizerische Post ausserdem, dass die digitale Urne den Angriffen trotz des starken Anstiegs der Teilnahme standgehalten habe. Nach Prüfung der während der Übung eingegangenen 85 Berichte bestätigte das Unternehmen die als schwerwiegend, mittelschwer und geringfügig eingestuften Feststellungen.

Die Ergebnisse bilden eine klare Grundlage für die weitere Aufsicht. Die Forschenden fanden sechs Probleme, darunter eines, das ernsthafte Aufmerksamkeit erforderte, während das Unternehmen keine kritische Schwachstelle meldete. Weitere öffentliche Informationen zu den Behebungsmassnahmen würden Beobachtenden helfen, den Umgang mit diesen Feststellungen zu verfolgen, bevor die Systeme bei echten Wahlen eingesetzt werden.

Prämien für gemeldete Schwachstellen halten die Plattform unter Beobachtung

Die Schweizerische Post zahlte Hackern, die Schwachstellen meldeten, rund CHF 38’000, und machte die externe Überprüfung damit zu einem formellen Bestandteil des Sicherheitsprozesses der Plattform. Die Prämien würdigen Forschende, die mit rechtlicher Genehmigung Schwachstellen aufdecken, und geben dem Betreiber einen Anreiz, solche Hinweise zu erhalten, bevor sie von kriminellen Akteuren entdeckt werden.

Der jüngste Test ist ein weiterer Datenpunkt im schrittweisen Vorgehen der Schweiz beim elektronischen Abstimmen. Die Schweizer Behörden behandeln Online-Stimmabgaben als kontrollierte Option neben etablierten Abstimmungskanälen. Sicherheitstests und Überprüfungen sind Teil der öffentlichen Debatte. Die Übung zertifizierte nicht jede künftige Version der Plattform, und die gemeldeten Feststellungen verschwinden nicht einfach, nur weil keine als kritisch eingestuft wurde.

Das Ergebnis der Schweizerischen Post lässt sich am besten unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen einordnen. Die Plattform verzeichnete mehr als 403’000 Zugriffe, erhielt 85 Berichte und wies sechs bestätigte Feststellungen auf. Ein Problem war schwerwiegend genug, um die Verfügbarkeit des Servers zu gefährden. Gleichzeitig erklärte das Unternehmen, die Sicherheit der Stimmen sei gewahrt geblieben und es sei keine kritische Schwachstelle aufgetreten.

Als Nächstes folgen die Behebung der Probleme, eine unabhängige Prüfung und weitere Tests, wenn sich das System weiterentwickelt. Für Stimmberechtigte, kantonale Behörden und Wahlverantwortliche hängt das Vertrauen davon ab, ob dieser Zyklus aus Tests und Offenlegung vor jeder grösseren Einführung fortgesetzt wird.