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Swiss Observer

Schweizer Pass belegt im neuesten Reisefreiheitsindex weltweit den neunten Platz

Im neuesten weltweiten Pass-Ranking belegt die Schweiz den neunten Platz und ermöglicht visumfreie oder vereinfachte Einreisen in die meisten Reiseziele. Schweizer Bürgerinnen und Bürger können ohne Visum in 119 Länder einreisen, während für 25 Reiseziele ein Visum im Voraus beantragt werden muss.

Schweizer Pass belegt im neuesten Reisefreiheitsindex weltweit den neunten Platz
AILe News

Der Schweizer Pass belegt weltweit den neunten Platz und sichert der Schweiz damit im neuesten Index von Passport Reports einen Platz unter den stärksten Reisedokumenten. Das Ranking ist für Touristinnen und Touristen, Unternehmen und Familien bei der Planung internationaler Reisen relevant, denn es misst, wie viele Reiseziele Bürgerinnen und Bürger erreichen können, ohne vor der Abreise ein herkömmliches Visum beantragen zu müssen.

Schweizer Bürgerinnen und Bürger können 119 Reiseziele visumfrei erreichen. Weitere 54 Reiseziele gewähren ein Visum bei der Ankunft oder eine elektronische Reisegenehmigung, während für 25 Reiseziele ein Visum im Voraus erforderlich ist. Damit haben Schweizer Reisende weitreichenden Zugang zu Europa, Amerika und der Karibik. Besonders gut ist die Abdeckung in Ozeanien, wo der Zugang 93 % der Reiseziele umfasst.

Trotz der insgesamt hohen Reisefreiheit liegt die Schweiz hinter mehreren europäischen Nachbarländern. Unter den 47 europäischen Ländern belegt sie den 13. Platz, unter anderem hinter Deutschland und Spanien. Der Unterschied beruht auf den Einreisebestimmungen, nicht auf der praktischen Stärke der Schweizer Wirtschaft oder den mit der Schweizer Staatsbürgerschaft verbundenen Rechten.

Der Index bietet zudem einen nützlichen Überblick über die internationale Reisefreiheit. Die Vereinigten Arabischen Emirate führen die weltweite Rangliste an, gefolgt von Singapur und Spanien. Da mehrere Länder denselben Rang teilen, umfassen die ersten zehn Plätze 17 Pässe.

Europäische Nachbarländer liegen dank technischer Unterschiede vorne

Gemäss dem von Le News zitierten Vergleich sind 173 Reiseziele ohne herkömmliches Visum im Voraus zugänglich. Die Schweiz teilt diesen Wert für die Reisefreiheit mit Luxemburg, Belgien, Frankreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Schweden und Griechenland.

Weshalb liegen dann einige dieser Länder im Ranking weiter vorne? Der Index unterscheidet zwischen einer vollständig visumfreien Einreise, einem Visum bei der Ankunft und anderen vereinfachten Regelungen. Schweizer Reisende werden an manchen Orten unkomplizierter behandelt, doch ein grösserer Anteil der 173 zugänglichen Reiseziele fällt in die Kategorie «Visum bei der Ankunft». Bei den weiter vorne platzierten europäischen Pässen wird eine grössere Zahl von Reisezielen als vollständig visumfrei ausgewiesen.

Die Unterschiede betreffen eine begrenzte Anzahl von Reisezielen. Mehrere europäische Nachbarländer gewähren visumfreie Einreise auf die Marshallinseln, nach Palau und Samoa, während Schweizer Bürgerinnen und Bürger dort in der Regel ein Visum bei der Ankunft erhalten. Für Reisende im Pazifik kann diese Einstufung die Vorbereitung und die Abläufe bei der Ankunft beeinflussen. Bei vielen Reisen innerhalb Europas, Amerikas oder der Karibik ist der praktische Unterschied deutlich weniger bedeutend.

Die Position der Schweiz spiegelt somit ebenso sehr die Methode des Indexes wie eine umfassende Veränderung der Reisefreiheit wider. Der Schweizer Pass bleibt ein höchst wirksames Dokument für grenzüberschreitende Reisen, auch wenn kleine administrative Unterschiede ihn von den weiter vorne platzierten europäischen Ländern trennen.

Die Unterschiede hinter den Ranglisten aufschlüsseln

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bei 15 Reisezielen einen Zugangsvorteil gegenüber der Schweiz. Damit werden die genauen Unterschiede hinter dem weltweiten Ranking sichtbar. Bürgerinnen und Bürger der Emirate können ohne vorheriges Visum nach Benin, Burkina Faso, in die Zentralafrikanische Republik, in den Tschad, nach Kongo, Ghana, Iran, Irak, Liberia, Mali, Nauru, Niger, Pakistan, Sudan und Jemen reisen.

In acht dieser Länder ermöglicht der Pass der Vereinigten Arabischen Emirate eine visumfreie Einreise: Benin, Burkina Faso, Tschad, Iran, Mali, Nauru, Pakistan und Sudan. In den übrigen Reisezielen erhalten emiratische Reisende in der Regel ein Visum bei der Ankunft. Für Schweizer Bürgerinnen und Bürger ist gemäss der Einstufung des Indexes für diese Einreisen weiterhin ein Visum im Voraus erforderlich.

Die Schweiz hat ihrerseits Vorteile. Schweizer Bürgerinnen und Bürger können visumfrei nach Belize, Lesotho, Nicaragua und Venezuela einreisen, während Reisende aus den Emiraten ein Visum benötigen. Schweizer Reisende können ausserdem für die USA eine elektronische Reisegenehmigung und für Australien ein vereinfachtes Besucherverfahren nutzen. Laut Quelle benötigen emiratische Bürgerinnen und Bürger für beide Reiseziele ein Visum.

Diese Unterschiede von Land zu Land zeigen, weshalb ein einzelner Rang nicht die Reiseerfahrung aller Menschen beschreibt. Der Wert eines Passes hängt davon ab, wohin die Inhaberin oder der Inhaber reisen möchte, wie oft sie oder er unterwegs ist und ob eine Einreisegenehmigung bei der Ankunft einfacher zu erhalten ist als ein vollständiges Visum.

Den Zugang nach Regionen beurteilen

Am besten ist der Zugang mit dem Schweizer Pass in Europa, Amerika und der Karibik, Regionen, die viele übliche Geschäfts-, Familien- und Freizeitreisen ab der Schweiz umfassen. Der Index weist besonders weitreichenden Zugang in Ozeanien aus. Dort können Schweizer Bürgerinnen und Bürger 93 % der Reiseziele ohne herkömmliches Visum im Voraus erreichen.

In Afrika zeigt sich ein gemischteres Bild. Inhaberinnen und Inhaber eines Schweizer Passes haben über visumfreie Einreise, ein Visum bei der Ankunft oder eine elektronische Reisegenehmigung Zugang zu 72,2 % der afrikanischen Reiseziele. Die Kategorie umfasst eine grosse und vielfältige Region. Der Prozentwert allein zeigt daher nicht, ob Reisende ohne Papierkram, mit einer digitalen Genehmigung oder nach einem vor der Abreise eingereichten Antrag ein bestimmtes Land betreten können.

Dieselbe Einschränkung gilt für den weltweiten Gesamtwert. Der Index misst ausschliesslich den Zugang zu Reisezielen. Er berücksichtigt weder Flugkosten noch Befragungen an der Grenze, die Dauer des erlaubten Aufenthalts, eine Reiseversicherung, Aufenthaltsrechte oder die Frage, ob ein Reiseziel zu den Plänen einer Person passt. Auch misst er nicht den praktischen Wert jedes Reiseziels gleich.

Für Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz ist das Ranking am besten als Planungshilfe zu verstehen. Vor der Buchung müssen Reisende weiterhin die aktuellen Bestimmungen des Reiseziels, die Anforderungen an die Gültigkeit des Passes und allfällige elektronische Registrierungsverfahren prüfen. Einreisebestimmungen können sich ändern, nachdem ein Index veröffentlicht wurde.

Das Ranking als Reisehilfe nutzen

Die Schweiz bleibt trotz ihrer Position hinter mehreren europäischen Nachbarländern unter den zehn besten Ländern der Welt. Damit geniessen ihre Bürgerinnen und Bürger beträchtliche Reisefreiheit, während zugleich kleine Unterschiede bei der Einstufung der Einreisebestimmungen sichtbar werden. Der neunte Platz des Schweizer Passes beruht auf 119 visumfreien Reisezielen, 54 Reisezielen mit vereinfachtem Zugang und lediglich 25 Reisezielen, für die ein Visum im Voraus erforderlich ist.

Zu den stärksten Pässen an der Spitze der Rangliste gehören jene der Vereinigten Arabischen Emirate, Singapurs, Spaniens, Malaysias, Luxemburgs, Belgiens und Frankreichs. Auch Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, die Niederlande und Schweden gehören zur Spitzengruppe. Dank der geteilten Ränge sechs, sieben und neun umfassen die ersten zehn Plätze 17 Pässe.

Am unteren Ende liegt Jemen auf Rang 182, Pakistan auf Rang 183, Irak auf Rang 184, Syrien auf Rang 185 und Afghanistan auf Rang 186. Mit dem afghanischen Pass ist eine visumfreie Einreise in nur drei Länder möglich. Das veranschaulicht die grosse Kluft zwischen den Reisepässen verschiedener Länder.

Für Schweizer Bürgerinnen und Bürger sind die unmittelbaren Auswirkungen praktischer und weniger symbolischer Natur. Der Pass ermöglicht alltägliche Reisen für die Arbeit, den Tourismus und Familienbesuche in weiten Teilen der Welt. Sein genauer Rang kann sich ändern, wenn Länder ihre Einreisebestimmungen anpassen. Die aktuellen Zahlen platzieren die Schweiz jedoch klar unter den Ländern mit der grössten Reisefreiheit.