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Swiss Observer

Siemens Schweiz plant neuen Zürcher Hauptsitz für 2031

Siemens Schweiz plant einen neuen Hauptsitz in Zürich-Albisrieden, der voraussichtlich bis 2031 fertiggestellt wird. Der Technologiekonzern teilt mit, dass seine rund 800 Mitarbeitenden in Zürich an den neuen Standort umziehen werden. Zudem rechnet das Unternehmen mit einem moderaten Personalwachstum.

Siemens Schweiz plant neuen Zürcher Hauptsitz für 2031
AISWI swissinfo.ch

Siemens Schweiz plant, Mitte 2031 einen neuen Hauptsitz in Zürich zu beziehen. Damit erhält der Technologiekonzern viel Zeit, seinen Standort in Albisrieden neu zu gestalten. Das Unternehmen hat seinen bisherigen Industrie- und Bürostandort an Procimmo verkauft, einen Immobilieninvestor, der den Neubau finanzieren und errichten wird.

Siemens bleibt damit in dem Zürcher Stadtteil, in dem das Unternehmen seit mehr als einem Jahrhundert tätig ist. Derzeit arbeiten rund 800 Mitarbeitende am Standort. Siemens erwartet, dass sie alle an den neuen Hauptsitz wechseln. Zudem rechnet das Unternehmen bis zum Umzug mit einem moderaten Personalwachstum, plant aber nicht, seine bestehenden Standorte zusammenzulegen.

Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen in der ganzen Stadt Zürich unter Druck stehen, was Bürokosten, Wohnraumangebot und Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften betrifft. Siemens erklärt, die Verkehrsanbindung und die etablierte Präsenz in Albisrieden sprächen für den Verbleib. Während der Bauarbeiten wird das Unternehmen einen Teil der heutigen Gebäude weiter mieten. Nach der Eröffnung des neuen Hauptsitzes werden frei werdende Flächen am bestehenden Standort neu vermietet oder anderweitig genutzt.

Der mit Procimmo vereinbarte Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Die Mitteilung von Siemens Schweiz nennt somit den Zeitplan und die Personalplanung, lässt den endgültigen Investitionswert des Projekts aber offen.

Procimmo übernimmt bedeutende Arealentwicklung in Albisrieden

Das heutige Siemens-Areal umfasst 30'500 Quadratmeter Land und rund 35'900 Quadratmeter Fläche. Damit geht das Projekt über eine gewöhnliche Bürorenovation hinaus. Es handelt sich um eine bedeutende städtebauliche Entwicklung auf einem Areal, das bereits eng mit der Industriegeschichte Zürichs verbunden ist.

Der neue Hauptsitz wird im nordwestlichen Teil des Areals auf einer Fläche entstehen, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. So kann Siemens den Betrieb während der Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe aufrechterhalten. Bis das Gebäude bezugsbereit ist, wird das Unternehmen einen Teil seiner bisherigen Räumlichkeiten vom neuen Eigentümer mieten.

Procimmo übernimmt die Finanzierung und den Bau des neuen Gebäudes. Siemens und Procimmo haben den Kaufpreis nicht veröffentlicht. Auch Angaben zur künftigen Geschossfläche, Höhe oder zum Baubudget des Hauptsitzes liegen nicht vor. Diese Details werden mitbestimmen, wie sich das Projekt in die Zürcher Planungsvorgaben und das umliegende Quartier einfügt.

Die Vereinbarung ermöglicht zudem einen etappenweisen Übergang. Siemens kann während der Bauarbeiten weiterhin Kundinnen und Kunden betreuen und seinen Zürcher Betrieb führen, während Procimmo die Kontrolle über eine grosse Liegenschaft mit künftigem Vermietungspotenzial erhält. Nach dem Umzug könnten nicht mehr von Siemens benötigte Flächen anderen Unternehmen oder Aktivitäten zur Verfügung stehen und so die wirtschaftliche Rolle des Areals über den Hauptsitz hinaus erweitern.

Siemens plant Wachstum und Zusammenarbeit

Siemens rechnet bis zum Umzug 2031 mit einem moderaten Personalwachstum. Das Unternehmen hat keine Zielgrösse für die Belegschaft genannt, erklärt aber, dass die rund 800 derzeit in Zürich beschäftigten Personen am neuen Hauptsitz Platz finden werden.

Diese Zusage sichert Zürich als wichtigen Beschäftigungsstandort von Siemens Schweiz. Sie deutet auch darauf hin, dass der neue Standort mehr bieten muss als bloss neue Arbeitsplätze. Siemens plant einen offenen Campus, der die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Start-ups fördern und dem Areal eine umfassendere Innovationsfunktion verleihen soll.

Das Unternehmen hat keine Zusammenlegung seiner bestehenden Standorte angekündigt. Das ist in einer Region von Bedeutung, in der Siemens in mehreren Gemeinden tätig ist und Büro-, Entwicklungs- und Produktionsfunktionen oft unterschiedliche Arten von Räumen benötigen. Der Zürcher Hauptsitz wird somit Teil eines umfassenderen Schweizer Standortenetzes sein und dieses nicht ersetzen.

Für die Mitarbeitenden bietet der Zeitplan mehrere Jahre, um sich auf den Wechsel vorzubereiten. Die Weiternutzung der bestehenden Gebäude dürfte die Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten begrenzen. Für Zürich könnte das Projekt dazu beitragen, einen grossen Unternehmensarbeitgeber zu halten und zugleich ein Campusmodell zu schaffen, in dem externe Unternehmen und Start-ups das breitere Umfeld mitnutzen können. Einzelheiten zu Zugang, Mietverhältnissen und Campusmanagement sind noch nicht bekannt.

Ausbau in Wallisellen erweitert Siemens' Präsenz in der Region

Siemens verbindet das Zürcher Projekt mit einem Ausbau in Wallisellen für 110 Millionen Franken. Dort soll ein Neubau mit Büro-, Entwicklungs- und Produktionsflächen für rund 1'000 Mitarbeitende 2029 fertiggestellt werden.

Die beiden Projekte stehen für anhaltende Investitionen in der Region Zürich und nicht für eine Konzentration sämtlicher Aktivitäten an einem einzigen Hauptsitz. Albisrieden bleibt der langjährige Zürcher Standort des Unternehmens, während Wallisellen zusätzliche Kapazitäten für technische und produktionsbezogene Funktionen erhält. Siemens hat nicht erklärt, dass die beiden Vorhaben zusammengelegt werden oder einer der Standorte den anderen ersetzen soll.

Der Ausbau in Wallisellen bietet zudem einen näheren zeitlichen Meilenstein. Die Fertigstellung 2029 liegt rund zwei Jahre vor der geplanten Eröffnung in Albisrieden. Der gestaffelte Zeitplan könnte Siemens ermöglichen, den Betrieb auszubauen, während der Zürcher Hauptsitz noch im Bau ist. Einen detaillierten Plan zur Personal- oder Flächenzuteilung hat das Unternehmen allerdings nicht veröffentlicht.

Für den Kanton und die umliegenden Gemeinden stehen die Projekte für eine anhaltende Präsenz eines Unternehmens in einer Region, in der Verkehrsanbindungen und der Zugang zu spezialisierten Arbeitskräften die Standortentscheide beeinflussen. Siemens nennt diese Verbindungen als einen Grund für den Verbleib in Albisrieden. Das umfassendere Investitionsprogramm des Unternehmens dürfte genau beobachtet werden, während Zürich die Entwicklung gegen den Druck auf Wohnraum und Land abwägt.

Der Weg bis 2031 beginnt mit der Planung

Die nächste entscheidende Phase betrifft die Planung und den Bau, nicht den Umzug selbst. Siemens hat den Standort des Gebäudes festgelegt und die Fertigstellung auf Mitte 2031 angesetzt. Wichtige Projektdetails sind jedoch noch offen. Dazu gehören der endgültige Entwurf, die Kapazität des Gebäudes, der Bauzeitplan sowie die Bedingungen für Unternehmen oder Start-ups, die sich dem offenen Campus anschliessen könnten.

Mit dem Eigentümerwechsel übernimmt Procimmo die Verantwortung für die Realisierung des neuen Hauptsitzes. Siemens bleibt Ankermieter und langfristiger Nutzer. Diese Struktur verbindet den Zeitplan eines Immobilieninvestors mit den betrieblichen Bedürfnissen eines Technologiekonzerns, der Hunderte von Mitarbeitenden beschäftigt.

Das Projekt bietet Zürich auch die Gelegenheit zu zeigen, wie sich etabliertes Industrieland weiterentwickeln lässt, ohne seine Unternehmensfunktion zu verlieren. Siemens ist seit mehr als 100 Jahren in Albisrieden tätig. Der Plan wahrt diese Kontinuität, ersetzt aber das physische Zentrum des Betriebs und öffnet Teile des umfassenderen Campus für die Zusammenarbeit.

Wenn die Bauarbeiten planmässig verlaufen, ziehen die Mitarbeitenden von Siemens 2031 ein, nach mehreren Jahren paralleler Nutzung und Bauarbeiten. Bis dahin wird das Unternehmen seine bisherigen Räumlichkeiten weiter nutzen, moderat wachsen und seinen Campus in Wallisellen ausbauen. So entsteht ein Investitionsprogramm mit zwei Standorten, das in der Region Zürich verankert ist.