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Swiss Observer

Wärmepumpen beheizen nun jedes vierte Schweizer Wohngebäude

Gemäss aktuellen Daten verfügt inzwischen jedes vierte Schweizer Wohngebäude über eine Wärmepumpe. Obwohl ihre Verbreitung stark zugenommen hat, werden rund die Hälfte der ungefähr 1,8 Millionen Wohngebäude des Landes weiterhin mit Öl und Gas beheizt. Damit bleibt noch viel Spielraum für einen weiteren Umstieg.

Wärmepumpen beheizen nun jedes vierte Schweizer Wohngebäude
AILe News

2025 verfügte jedes vierte Schweizer Wohngebäude über eine Wärmepumpe, das ist sechsmal mehr als im Jahr 2000 und markiert einen klaren Wandel auf dem Schweizer Heizungsmarkt. Die Daten des Bundesamts für Statistik zeigen, dass Wärmepumpen sich von einer Speziallösung zum Standard im Schweizer Bauwesen entwickeln.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei neueren Wohngebäuden. Drei Viertel der in den vergangenen zehn Jahren gebauten Häuser werden mit einer Wärmepumpe beheizt. Damit ist diese Technologie bei neueren Bauten das führende Heizsystem. Neubauten zeigen somit am klarsten, wohin sich der Markt entwickelt, auch wenn sich der gesamte Gebäudebestand langsamer verändert.

Die verbleibende Herausforderung ist beträchtlich. In der Schweiz gibt es ungefähr 1,8 Millionen Wohngebäude, und 33% davon werden noch mit Öl beheizt. Gas macht weitere 17% aus. Zusammengenommen versorgen diese Brennstoffe etwa die Hälfte des Gebäudebestands.

Wärmepumpen gibt es in 25% der Gebäude, während Holz 12% und Strom 7% der Gebäude beheizen. Die Zahlen zeigen ein Heizsystem im Wandel. Wie schnell ältere Gebäude von fossilen Brennstoffen wegkommen, hängt von den Ersatzraten, Renovationsentscheiden und der lokalen Infrastruktur ab.

Bei den Haushalten gerechnet, liegen fossile Brennstoffe weiterhin vorn

Öl ist in der Schweiz trotz des langjährigen Rückgangs weiterhin die häufigste Heizquelle. 2025 wurden 33% der Wohngebäude damit beheizt, deutlich weniger als noch vor vier Jahrzehnten. Gas versorgte 17% der Gebäude, Wärmepumpen kamen auf 25%.

Bei den Haushalten fällt die Bilanz weniger günstig aus. 2025 wurden nur 22% der Schweizer Haushalte mit einer Wärmepumpe beheizt. Fossile Brennstoffe deckten weiterhin den Bedarf von 58% der Haushalte, darunter 32% mit Ölheizung und 25% mit Gasheizung.

Die Differenz ergibt sich aus der Struktur des Schweizer Wohnungsbestands. Ein einzelnes Mehrfamilienhaus kann Dutzende Wohnungen umfassen, sodass eine einzige Gas- oder Ölheizung zahlreiche Haushalte versorgen kann. Einfamilienhäuser hingegen haben häufiger eine eigene Heizung. Wärmepumpen beheizten 30% der Einfamilienhäuser und lagen damit über dem nationalen Durchschnitt für Gebäude.

Diese Unterscheidung ist für die Politik und das Verständnis der Öffentlichkeit wichtig. Dass ein Viertel der Gebäude eine Wärmepumpe hat, bedeutet nicht, dass ein Viertel aller Schweizer Wohnungen umgestellt wurde. Städtische Mehrfamilienhäuser, ältere Immobilien und gemeinsam genutzte Heizsysteme bleiben zentrale Bestandteile der nationalen Umstellung.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land auf der Karte

Die Heizungswahl unterscheidet sich stark zwischen städtischen und ländlichen Gemeinden. Gas beheizte gemäss dem Bundesamt für Statistik 29% der städtischen Gebäude, aber nur 4% der ländlichen Gebäude. Der Unterschied hängt mit der Reichweite der Gasnetze, der Gebäudedichte und der Verbreitung gemeinsam genutzter Heizsysteme in Städten zusammen.

In ländlichen Gebieten gibt es mehr Einfamilienhäuser, von denen bereits 30% mit Wärmepumpen ausgestattet sind. Eigentümerinnen und Eigentümer, die einen einzelnen Ölkessel ersetzen, können direkt eine neue Technologie wählen. Bei Mehrfamilienhäusern braucht es dagegen oft die Zustimmung der Eigentümerschaft, Investitionen auf Gebäudeebene und eine sorgfältige Planung im Hinblick auf die bestehende Energieinfrastruktur.

Die Heizungsmuster in den Kantonen folgen diesen übergeordneten geografischen Unterschieden. Die Quelldaten zeigen jedoch eine vielfältige nationale Karte und kein einheitliches Schweizer Modell. Auch das Baujahr spielt eine entscheidende Rolle. Bei Häusern, die in den vergangenen zehn Jahren gebaut wurden, kommen Wärmepumpen in 75% der Gebäude zum Einsatz, deutlich häufiger als im gesamten Gebäudebestand.

Die Zahlen weisen auf unterschiedliche Aufgaben an unterschiedlichen Orten hin. Bei Neubauten verbreiten sich Wärmepumpen rasch. Die grössere Herausforderung liegt bei älteren städtischen und vorstädtischen Gebäuden, wo der Ersatz eines gemeinsam genutzten Systems mit fossilen Brennstoffen mehrere Haushalte, hohe Investitionen und bauliche Veränderungen erfordern kann.

Die Schweiz im europäischen Vergleich

Die Schweiz liegt im europäischen Wärmepumpenmarkt im Mittelfeld. Der Europäische Wärmepumpenverband zählte 2024 168 installierte Wärmepumpen pro 1000 Schweizer Haushalte. Damit lag die Schweiz deutlich hinter Norwegen mit 632 pro 1000, Finnland mit 524 und Schweden mit 496.

Auch mehrere andere Länder verzeichneten höhere Werte, darunter Estland mit 351, Dänemark mit 217 und Frankreich mit 204. Die Schweiz lag weiterhin vor Italien mit 160, Österreich mit 127, Spanien mit 87 und den Niederlanden mit 79. In Deutschland waren es 54, in Grossbritannien lediglich 19 Wärmepumpen pro 1000 Haushalte.

Weniger günstig erscheint die Position der Schweiz, wenn man die Energiequelle betrachtet. Öl und Erdölprodukte lieferten 2024 in der Schweiz rund 28,1% der Energie für die Raumheizung, gegenüber 12,7% in der Europäischen Union. Der Ölanteil lag in Schweden und den Niederlanden mit 0,8% sowie in Finnland mit 1,3% deutlich tiefer.

Der Vergleich zeigt sowohl Fortschritte als auch noch ausstehende Arbeiten. Bei der Installation von Wärmepumpen hat die Schweiz mehrere europäische Nachbarländer überholt, doch ihr Heizsystem ist weiterhin stark von Öl abhängig.

Die Sanierungsherausforderung als nächsten Schritt angehen

Die nächste Phase wird nicht nur von Neubauten, sondern vor allem von bestehenden Gebäuden bestimmt. Wärmepumpen sind bei Häusern, die in den vergangenen zehn Jahren gebaut wurden, bereits vorherrschend. Öl und Gas beheizen jedoch weiterhin rund die Hälfte der Schweizer Wohngebäude. Der Ersatz dieser Anlagen wird darüber entscheiden, wie schnell der Gebäudepark des Landes dekarbonisiert wird.

Die Zahlen zu den Haushalten verdeutlichen das Ausmass der Aufgabe. 2025 waren 58% der Haushalte weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen, obwohl Wärmepumpen bereits bei einem Viertel der Gebäude zum Einsatz kamen. In Städten können gemeinsam genutzte Gasheizungen zahlreiche Haushalte an eine einzige Heizungsanlage binden. Auf dem Land bieten Einfamilienhäuser direktere Möglichkeiten für einen Ersatz. Doch auch dort müssen Eigentümerinnen und Eigentümer Fragen zur Dämmung, zu Stromanschlüssen, Kosten und verfügbaren Installationsfachleuten klären.

Im Vergleich zur Europäischen Union ist die Schweiz zudem ungewöhnlich stark von Öl für die Raumheizung abhängig. 2024 stammten rund 28,1% der Energie für die Raumheizung in der Schweiz aus Öl und Erdölprodukten, mehr als doppelt so viel wie der EU-Durchschnitt von 12,7%.

Die neuesten Zahlen zeigen eine klare Richtung. Bei neuen Schweizer Häusern fällt die Wahl überwiegend auf Wärmepumpen. Der ältere Gebäudebestand bleibt hingegen die entscheidende Bewährungsprobe für die Energiepolitik, Investitionen in Renovationen und die Entscheidungen der Haushalte in den kommenden Jahren.