Energie
Umfassender Stellenabbau beim Schweizer Energieversorger
Groupe E kündigt in mehreren Kantonen den Abbau von 188 Stellen an. Das Unternehmen sieht sich mit einer rückläufigen operativen Leistung konfrontiert.

Der Schweizer Energieversorger Groupe E hat einen erheblichen Stellenabbau von 188 Stellen angekündigt. Dies entspricht rund 7 Prozent der insgesamt 2600 Mitarbeitenden. Die Ankündigung erfolgt im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung nach einer rückläufigen operativen Leistung im Jahr 2024. Gleichzeitig wird der Generaldirektor des Unternehmens, Michel Beaud, nach mehr als drei Jahrzehnten im Unternehmen von seinem Amt zurücktreten.
Finanzieller Kontext und unternehmerische Herausforderungen
Der Entscheid zur Restrukturierung fällt in eine schwierige finanzielle Lage für Groupe E. Das Unternehmen meldete 2024 einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf CHF 1,1 Milliarden, während die operative Leistung (EBIT) auf CHF 12 Millionen sank, CHF 6,6 Millionen weniger als 2023. Besonders betroffen war das Unternehmen seit 2023 von einem deutlichen Rückgang beim Verkauf von Photovoltaikmodulen und Wärmepumpen sowie von Rentabilitätsproblemen bei Grossprojekten. Der Reingewinn sank um 11,8 Prozent auf CHF 85 Millionen, was teilweise durch einen Beitrag von CHF 55 Millionen von EOSH Holding ausgeglichen wurde.
Unterstützung der Mitarbeitenden und Zeitplan
Groupe E hat sich verpflichtet, gemeinsam mit wichtigen Anspruchsgruppen, darunter der Gewerkschaft Syna und Personalvertretungen, einen umfassenden Sozialplan umzusetzen. Das Konsultationsverfahren begann im April 2025 und dauert bis Mitte Mai 2025. Der Stellenabbau soll im Verlauf von 2025 oder Anfang 2026 umgesetzt werden. Das Unternehmen betont, dass es einen fairen und respektvollen Übergang gewährleisten und die betroffenen Mitarbeitenden bei der Stellensuche aktiv unterstützen will.
Regionale Auswirkungen und Zukunftsaussichten
Die Restrukturierung wird erhebliche Auswirkungen auf die Region haben und den Betrieb in mehreren Schweizer Kantonen betreffen, darunter Jura, Neuenburg, Waadt, Freiburg, Wallis und das Berner Jura. Das Unternehmen rechnet für 2025 aufgrund der Restrukturierung mit negativen Auswirkungen auf die Leistung, erwartet aber ab 2026 eine verbesserte Rentabilität. Mit der Neuorganisation soll eine agilere Direktion für Technik und Infrastrukturen (DTI) geschaffen und das Unternehmen besser auf die Erwartungen der Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden. Trotz der aktuellen Herausforderungen stieg der Cashflow von Groupe E deutlich um 57,4 Prozent auf CHF 170 Millionen. Dies zeigt, dass das Unternehmen weiterhin in der Lage ist, Investitionen in die Energiewende zu finanzieren.