Zum Inhalt springen
Swiss Observer

Granit Xhaka verpasst nach Eingeständnis zu gefälschtem Covid-Zertifikat vier Spiele

Der Schweizer Fussballcaptain Granit Xhaka hat zugegeben, ein gefälschtes Covid-Impfzertifikat beschafft zu haben. Nach einer Vereinbarung mit dem Schweizerischen Fussballverband wird er vier Spiele der Nations League verpassen und nicht ins Trainingslager der Nationalmannschaft einrücken.

Granit Xhaka verpasst nach Eingeständnis zu gefälschtem Covid-Zertifikat vier Spiele
AISWI swissinfo.ch

Vier Spiele der Nations League finden ohne den Captain der Schweiz statt. Granit Xhaka hat zugegeben, ein gefälschtes Covid-19-Impfzertifikat beschafft zu haben. In Absprache mit dem Schweizerischen Fussballverband wird er nicht ins Trainingslager der Nationalmannschaft in der Türkei einrücken. Seine Abwesenheit beginnt mit der nächsten Länderspielserie. Damit fehlt dem Kader in einem heiklen Moment eine der einflussreichsten Stimmen der Schweiz.\n\nXhaka äusserte sich am Montag öffentlich zu den Vorwürfen, wie der Schweizerische Fussballverband den Ablauf schilderte. Der 33-jährige Mittelfeldspieler übernahm die Verantwortung und entschuldigte sich. Der Verband erklärte, der Entscheid, ihn nicht aufzubieten, sei nach einer gemeinsamen Beurteilung der Interessen der Mannschaft gefallen.\n\nDer Fall hat auch eine rechtliche Dimension. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat eine Untersuchung zu dem Vorwurf eröffnet. Dabei geht es um ein Zertifikat, das Xhaka mutmasslich 2022 gekauft hat. Die Eröffnung der Untersuchung stellt noch keine abschliessende rechtliche Feststellung dar. Für die Schweizer Mannschaft ist die unmittelbare Folge klar: Vier Spiele der Nations League ohne den Spieler, der die Captainbinde getragen und die Führungsrolle im Mittelfeld mitgeprägt hat.

Das Eingeständnis führt zu einer rechtlichen Untersuchung

Xhaka sagte, Angst und Misstrauen hätten seine Entscheidung 2022 geprägt. In einer Stellungnahme auf Instagram sagte er, er sei «persönlich sehr verängstigt» gewesen und habe «grosse Vorbehalte» gegenüber der Covid-19-Impfung gehabt. Er beschrieb diese Zeit als «emotional turbulenten Zustand» und räumte ein, ein Impfzertifikat beschafft zu haben, anstatt seine Fragen auf offiziellen Wegen zu klären.\n\nSeine Erklärung ordnet das Eingeständnis in die umfassendere Pandemieerfahrung der Schweiz ein. Damals wurden Impfzertifikate Teil der alltäglichen Zugangsregeln und der öffentlichen Debatte. Die Quelle enthält keine Angaben dazu, wie das Zertifikat beschafft wurde, wer es bereitstellte oder ob es für einen bestimmten Anlass oder eine Reise verwendet wurde. Diese Fragen sind für die Untersuchung weiterhin relevant und werden in den verfügbaren Informationen nicht beantwortet.\n\nXhakas öffentliche Stellungnahme war direkt. «Es war ein Fehler. Es tut mir leid», schrieb er. Die Entschuldigung schliesst das rechtliche Verfahren nicht ab, gibt dem Schweizerischen Fussballverband aber eine erklärte Grundlage für den Umgang mit den sportlichen Folgen. Der Verband teilte mit, Xhaka habe die Verantwortlichen über die Sachlage informiert, bevor er sich öffentlich äusserte.

Der Schweizer Fussballverband reagiert mit einer Sperre für vier Spiele

Der Schweizerische Fussballverband hat vier Spiele als unmittelbare sportliche Reaktion festgelegt. Verbandspräsident Peter Knäbel sagte, Xhaka habe den Verband informiert, sich bereit erklärt, öffentlich Stellung zu nehmen, und die Verantwortung übernommen. Der Verband begrüsste diesen Schritt und bestätigte zugleich, dass die Mannschaft die nächste Serie ohne ihn bestreiten werde.\n\nDer Entscheid bedeutet, dass der Nationalmannschaft im Trainingslager in der Türkei eine erfahrene Führungspersönlichkeit fehlen wird. Das Trainerteam muss sich auf die Nations League ohne den etablierten Captain vorbereiten. Die Quelle nennt weder einen Ersatzcaptain noch einen angepassten Kader oder die Gegner in den vier Spielen. Diese Angaben werden dafür entscheidend sein, wie die Mannschaft die Führungslücke bewältigt. Die zentrale Bedingung hat der Verband jedoch bereits festgelegt: Xhaka wird nicht teilnehmen.\n\nFür den Schweizer Fussball treffen damit institutionelle Beurteilung und sportliche Planung zeitlich aufeinander. Der Verband muss die Vorbereitung der Nationalmannschaft unterstützen und zugleich der Staatsanwaltschaft Luzern ihre Arbeit ermöglichen. Xhaka bleibt sowohl im Fall als auch im öffentlichen Erscheinungsbild der Mannschaft eine zentrale Figur. Sein Rückkehrzeitpunkt hängt jedoch von der mit dem Verband vereinbarten Abwesenheit für vier Spiele ab.

Die Schweiz wartet nun auf die nächsten Entscheide

Die nächste Phase verläuft auf zwei Ebenen: sportliche Vorbereitung und rechtliche Klärung. Die Schweizer Nationalmannschaft wird die nächsten vier Spiele der Nations League ohne Xhaka bestreiten, während die Staatsanwaltschaft Luzern den mutmasslichen Einsatz eines gefälschten Zertifikats untersucht. Die Quelle nennt weder einen Zeitplan für die Untersuchung noch Einzelheiten zu möglichen Anklagen oder Strafen.\n\nDiese Ungewissheit schränkt ein, was sich verantwortungsvoll über den Fall sagen lässt. Xhaka hat sich in seiner öffentlichen Stellungnahme eines Fehlverhaltens schuldig bekannt. Die Behörden müssen die relevanten Sachverhalte nach Schweizer Recht jedoch noch feststellen. Der Entscheid des Schweizerischen Fussballverbands betrifft Xhakas Verfügbarkeit für die Nationalmannschaft und nimmt das Ergebnis der Untersuchung der Staatsanwaltschaft nicht vorweg.\n\nDer Vorfall rückt auch Entscheidungen aus der Pandemiezeit wieder in den öffentlichen Fokus. Die Impfpolitik, das Zertifikatssystem und die Zugangsregeln der Schweiz betrafen Sportorganisationen, Arbeitsplätze und Reisende. Xhakas Schilderung fügt dieser Geschichte ein persönliches Eingeständnis mit grosser öffentlicher Aufmerksamkeit hinzu, doch die verfügbaren Informationen bleiben begrenzt. Der unmittelbare Spielplan ist durch vier verpasste Spiele der Nations League, das Trainingslager in der Türkei, an dem Xhaka nicht teilnehmen wird, und die Führungsaufgaben geprägt, die die Schweiz nun neu verteilen muss.