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Swiss Observer

Genf verspricht NGOs nach US-Hilfsstopp Soforthilfefonds von 10 Millionen Franken

Die Genfer Behörden kündigen Soforthilfe in Höhe von 10 Millionen Franken an, um von der Aussetzung der US-Hilfe betroffene internationale Organisationen zu unterstützen und den Status der Stadt als humanitäres Zentrum zu schützen.

Genf verspricht NGOs nach US-Hilfsstopp Soforthilfefonds von 10 Millionen Franken
AIThe Local Switzerland

Die Genfer Behörden haben entschlossen gehandelt und einen Soforthilfefonds in Höhe von 10 Millionen Franken angekündigt, um internationale Organisationen zu unterstützen, die von der jüngsten Aussetzung der US-Hilfe betroffen sind. Dieser beispiellose Schritt ist eine Reaktion auf den Entscheid der Vereinigten Staaten, die humanitäre Hilfe während 90 Tagen einzufrieren. Dadurch ist die operative Stabilität zahlreicher NGOs in der Region bedroht. Die Sofortmassnahme zielt insbesondere darauf ab, Arbeitsplätze zu sichern und den Betrieb im weitläufigen humanitären Sektor Genfs aufrechtzuerhalten.

Auswirkungen auf internationale Organisationen

Der US-Hilfsstopp betrifft mehr als 450 NGOs mit Sitz in Genf. 250 dieser Organisationen beschäftigen Mitarbeitende, deren Stellen teilweise durch Beiträge der USA finanziert werden. Die Auswirkungen sind besonders erheblich, da die Vereinigten Staaten derzeit 26 Prozent der Finanzierung der internationalen Organisationen in Genf bereitstellen. Der Hilfsstopp gefährdet die Arbeitsplatzsicherheit Tausender Beschäftigter. Mehrere NGOs haben bereits Entlassungen gemeldet. Betroffen ist das gesamte Ökosystem des internationalen Genfs, das mehr als 33'000 Mitarbeitende aus über 190 Ländern beschäftigt.

Massnahmen der lokalen Regierung

Der Soforthilfeplan der Genfer Regierung muss an der nächsten Sitzung vom Genfer Parlament genehmigt werden. Während die lokalen Behörden ihre Unterstützung verstärkt haben, hält sich der Bund zurück. Finanzministerin Karin Keller-Sutter sagte, es sei nicht Aufgabe des Bundes, Lücken zu schliessen, die durch Änderungen der US-Politik entstünden. Die Genfer Finanzdirektorin Natalie Fontanet betonte, wie wichtig es sei, diese Beschäftigten zu unterstützen. Sie seien in die Schweizer Gesellschaft integriert und leisteten Beiträge an die Sozialversicherung.

Wirtschaftliche Folgen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des US-Hilfsstopps gehen über die direkten Arbeitsplätze bei NGOs hinaus. Internationale Organisationen und ihre Mitarbeitenden machen rund 10 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Genf aus und leisten durch verschiedene Branchen wie den Detailhandel, das Gastgewerbe und den Immobiliensektor einen bedeutenden Beitrag zur lokalen Wirtschaft. Die möglichen Folgewirkungen des Hilfsstopps könnten Tausende von Arbeitsplätzen und Dienstleistungen im Grossraum Genf betreffen, darunter auch benachbarte französische Gemeinden, in denen viele internationale Mitarbeitende wohnen.

Ausblick

Der Soforthilfefonds bietet zwar eine vorübergehende Entlastung, die Situation wirft jedoch Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit des Finanzierungsmodells der internationalen Organisationen in Genf auf. Die Behörden der Stadt suchen aktiv nach alternativen Finanzierungsquellen, um Genfs Status als globales humanitäres Zentrum zu erhalten. Die aktuelle Krise hat eine Diskussion darüber ausgelöst, wie widerstandsfähigere Finanzierungsmechanismen entwickelt und die Abhängigkeit von Beiträgen einzelner Länder verringert werden kann, damit diese wichtigen internationalen Organisationen ihren Betrieb fortführen können.