Davos
Davos lehnt 21 für das WEF geplante Bauprojekte ab
Davos hat 21 temporäre Bauprojekte abgelehnt, die für das World Economic Forum 2027 geplant waren, und die Gesamtzahl auf 125 begrenzt. Die Gemeinde erklärt, die abgelehnten Gesuche hätten die Planungsvorgaben nicht erfüllt, während die Zahl der WEF-bezogenen Bauten weiter zunimmt.

Davos hat 21 temporäre Bauprojekte im Zusammenhang mit dem World Economic Forum 2027 abgelehnt, nachdem 190 Baugesuche eingegangen waren. Damit setzt der Ort im Kanton Graubünden der jährlichen Umgestaltung des Ferienorts eine klare Grenze. Die Exekutive der Gemeinde, der Kleine Landrat, prüfte 146 Projekte, die ins Quotierungsverfahren fielen, und erteilte unter Berücksichtigung der Obergrenze für 125 davon eine Baubewilligung.
Davos setzt damit erstmals eine Obergrenze für temporäre Bauten am WEF. Während des Jahrestreffens errichten Unternehmen und Organisationen temporäre Bauten und passen bestehende Räumlichkeiten für Büros, Gastronomie, Sicherheitsdienste und andere Zwecke im Zusammenhang mit dem Anlass an. Laut der Gemeinde hat das Volumen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.
Die 21 abgelehnten Gesuche erfüllten die Anforderungen der Gemeinde nicht. Davos teilte mit, dass für diese Projekte keine Baubewilligung erteilt werde. Der Entscheid fällt, während sich der Ort auf das Treffen 2027 vorbereitet und die praktischen Anforderungen bewältigen muss, die Tausende von Besuchenden, Mitarbeitenden der Veranstaltung und temporäre Betriebe mit sich bringen. Für die Bevölkerung und die lokalen Unternehmen schafft die Obergrenze eine klarere Vorgabe dafür, wie viel zusätzliche Infrastruktur der Ferienort während einer der bedeutendsten internationalen Veranstaltungen der Schweiz aufnehmen kann.
Davos bewertet Projekte nach strengen Kriterien
Die 146 Projekte im Prüfverfahren wurden anhand eines Punktesystems bewertet. In einer ersten Phase prüften die Behörden, ob die Gesuche vollständig waren, wer die Bauten nutzen würde und wann die einzelnen Gesuche eingereicht worden waren. Bei Projekten, für die es in der Vergangenheit wegen Fehlverhaltens Bussen gegeben hatte, wurden Strafpunkte angerechnet. Dies konnte ihre Position in der Rangliste verschlechtern.
Bei punktgleichen Gesuchen ging Davos zu einer zweiten Phase über. Die Behörden verglichen Nachhaltigkeit und Innovation, die Nutzung von öffentlichem Grund sowie den Platzbedarf für Gäste. Blieb die Rangierung danach weiterhin ausgeglichen, entschied die Gemeinde per Los.
Das System gibt der Gemeinde eine festgelegte Methode an die Hand, um Projekte auszuwählen, wenn die Nachfrage die neue Obergrenze übersteigt. Zugleich knüpft es den Zugang zur begrenzten Baukapazität an betriebliche und ökologische Kriterien. Davos hat die 21 abgelehnten Gesuchstellenden nicht genannt und in den vorliegenden Informationen die einzelnen Mängel der Gesuche nicht erläutert. In der Mitteilung der Gemeinde wird lediglich bestätigt, dass die Projekte die geltenden Anforderungen nicht erfüllten und dafür keine Baubewilligung erteilt wird.
Verkehr und Wohnraum veranlassen Davos zum Handeln
Laut Davos belasten temporäre WEF-Projekte inzwischen den Verkehr, die Unterkunftssituation und das Gemeindepersonal. Die Gemeinde warnte im April, dass die Bauten zusätzliche Gäste anziehen und Mitarbeitende für ihren Betrieb benötigen. Diese zusätzliche Nachfrage bringt mehr Fahrzeuge auf die Strassen eines Ferienorts, der ohnehin jährlich den Zustrom internationaler Delegierter, Geschäftsreisender und Unterstützungspersonals bewältigen muss.
Auch die Unterkunftssituation ist angespannt. Davos sprach von einem bestehenden Mangel an Zimmern und erklärte, temporäre Projekte verschärften das Problem, weil sie weitere Menschen mit Übernachtungsbedarf anziehen. Die Gemeinde brachte das Wachstum der Bautätigkeit zudem mit Sicherheitsrisiken in Verbindung. Systematische Kontrollen, darunter Brandschutzkontrollen, beanspruchen Personalressourcen. Laut den Behörden lassen sich diese Ressourcen während der kurzen Vorbereitungszeit nicht unbegrenzt ausbauen.
Die Bedenken betreffen mehr als das Erscheinungsbild temporärer Bauten. Jedes Projekt kann Arbeit für Planende, Sicherheitsbeauftragte, die Polizei und andere öffentliche Dienste verursachen. Mit der Obergrenze kann Davos deshalb die Gesamtbelastung durch das Treffen begrenzen, auch wenn einzelne Gesuche für sich genommen machbar erscheinen. Die Gemeinde stellt die Massnahme als administrative und betriebliche Reaktion auf den stetigen Anstieg der WEF-bezogenen Bautätigkeit dar.
Die Obergrenze von 125 Projekten setzt den Rahmen für 2027
Die Obergrenze von 125 Projekten wird die Vorbereitungen für das WEF-Treffen 2027 prägen. Gesuchstellende, deren Projekte die Prüfung der Gemeinde bestanden haben, verfügen vorbehaltlich der Quote über eine Baubewilligung. Die 21 abgelehnten Vorhaben können gemäss dem von Keystone-SDA gemeldeten Entscheid nicht umgesetzt werden. Das Urteil gibt Unternehmen und Veranstaltern eine feste Zahl temporärer Projekte vor, mit der sie bei der Planung des nächsten Treffens rechnen müssen.
Davos wird weiterhin eine hohe Konzentration internationaler Aktivitäten beherbergen. Bestehende Räumlichkeiten können anderweitig genutzt werden, und temporäre Bauten bleiben Teil des Betriebskonzepts des Treffens. Die neue Obergrenze schafft diese Infrastruktur nicht ab. Sie legt einen Höchstwert fest, nachdem die Gemeinde zum Schluss gekommen ist, dass sich eine unbegrenzte Zahl von Gesuchen innerhalb der verfügbaren Zeit nicht mit ausreichender Sorgfalt prüfen lässt.
Die Regelung schafft auch einen Präzedenzfall für künftige Treffen. Davos kann die Erfahrungen von 2027 mit früheren Jahren vergleichen, in denen die Zahl temporärer Projekte ohne formelle Obergrenze stetig zunahm. Die Kriterien der Gemeinde, darunter Nachhaltigkeit, die Nutzung öffentlichen Grundes und der Platzbedarf für Gäste, könnten an Bedeutung gewinnen, wenn Veranstalter um den begrenzten Raum konkurrieren. Für Graubünden bedeutet der Entscheid, dass das WEF weiterhin stattfindet, seine räumliche Ausdehnung jedoch strengeren Planungsvorschriften unterliegt.