Cybersicherheit
UBS und Pictet von grossem Datendiebstahl über Chain-IQ-Angriff betroffen
Ein Cyberangriff auf den Subunternehmer Schweizer Banken legt Daten von 130’000 UBS-Mitarbeitenden und Tausende Lieferantenrechnungen von Pictet offen. Dies weckt Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit im Finanzsektor.

Bei einem bedeutenden Cybersicherheitsvorfall, der in der Schweizer Finanzbranche für Aufsehen gesorgt hat, sind die Bankengiganten UBS und Pictet über ihren Subunternehmer Chain IQ Opfer eines grossen Datendiebstahls geworden. Der Vorfall, der am 18. Juni 2025 bekannt wurde, zählt zu den schwerwiegendsten Cyberangriffen auf Schweizer Finanzinstitute der letzten Jahre. Kundendaten blieben glücklicherweise verschont.
Ausmass und Folgen des Datendiebstahls
Der Datendiebstahl hat ein beträchtliches Ausmass und betrifft rund 130’000 UBS-Mitarbeitende, darunter prominente Personen wie CEO Sergio Ermotti. Bei Pictet wurden Tausende Lieferantenrechnungen aus mehreren Jahren gestohlen. Beide Institute bestätigten, dass keine Kundendaten kompromittiert wurden. Der Vorfall hat jedoch erhebliche Schwachstellen in der Sicherheit von Drittanbietern im Bankensektor offengelegt.
Chain IQ: der betroffene Subunternehmer
Chain IQ, das in Baar ansässige Unternehmen im Zentrum des Vorfalls, ist ein wichtiger Subunternehmer mehrerer grosser Schweizer Unternehmen. Das Unternehmen ist international tätig, unter anderem in New York, London, Singapur, Mumbai und Bukarest. Der Angriff hat Bedenken über die Anfälligkeit globaler Lieferketten im Finanzsektor geweckt. Chain IQ meldete den Vorfall erstmals am 13. Juni. Betroffen waren mehrere prominente Kunden, darunter die Warenhäuser Manor, das Bauunternehmen Implenia und KPMG.
Reaktionen der Banken und Sicherheitsmassnahmen
UBS und Pictet reagierten rasch auf den Vorfall und ergriffen umgehend Schutzmassnahmen, um weitere Auswirkungen zu verhindern. In offiziellen Stellungnahmen betonten beide Banken, dass die Kundendaten während des gesamten Vorfalls sicher geblieben seien. Der Vorfall hat eine gründliche Überprüfung der Sicherheitsprotokolle von Drittanbietern ausgelöst und zu verstärkten Cybersicherheitsmassnahmen im gesamten Schweizer Bankensektor geführt.
Folgen für den Schweizer Bankensektor
Der Datendiebstahl ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Cyberbedrohungen in der Schweiz. Allein im vergangenen Jahr wurden hierzulande fast 63’000 Cybervorfälle gemeldet. Der Vorfall hat die Diskussion über Cybersicherheitsstandards im Schweizer Finanzsektor neu entfacht, insbesondere mit Blick auf Drittanbieter. Er zeigt, wie wichtig eine verstärkte Sorgfaltsprüfung und Sicherheitsprotokolle beim Umgang mit Risiken in Lieferketten der weltweit bedeutenden Schweizer Bankenbranche sind.