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Swiss Observer

Vier Chikungunya-Patientinnen und -Patienten im Tessin wohnen im selben Quartier

Vier Personen im Tessin haben Chikungunya-Fieber und wohnen im selben Quartier. Dort haben die Behörden eine Substanz versprüht, um ausgewachsene Tigermücken abzutöten. Laut den Behörden könnten einige der Infektionen mit denselben oder verwandten Mücken zusammenhängen.

Vier Chikungunya-Patientinnen und -Patienten im Tessin wohnen im selben Quartier
AISWI swissinfo.ch

Vier Chikungunya-Patientinnen und -Patienten wohnen an derselben Strasse im Tessin, weshalb eine Häufung von Infektionen die kantonalen Behörden beschäftigt. Die Betroffenen wohnen im selben Quartier im südlichen Schweizer Kanton, wie aus Informationen hervorgeht, die am 5. November 2026 veröffentlicht wurden.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani sagte, zwei der vier Personen könnten von derselben Mücke infiziert worden sein. Die anderen Betroffenen seien höchstwahrscheinlich von verwandten Mücken gestochen worden. Die vermuteten Zusammenhänge lenken die Aufmerksamkeit auf das Wohngebiet der Betroffenen und auf die Tigermücken, die das Virus übertragen können.

Der Kanton hat vor Ort Massnahmen ergriffen und gemeinsam mit der Fachhochschule Südschweiz, bekannt als SUPSI, eine Substanz versprüht, die ausgewachsene Tigermücken abtöten soll. Damit wird die Mückenpopulation in dem Quartier bekämpft, in dem die Fälle aufgetreten sind.

Die Zusammenhänge zwischen den Mücken nachverfolgen

Die vier Infektionen könnten über Mücken im selben Quartier miteinander zusammenhängen. Merlani sagte, zwei Betroffene könnten von einer einzigen Mücke gestochen worden sein, während die anderen höchstwahrscheinlich von mit ihr verwandten Mücken gestochen worden seien.

Diese Darstellung weist auf ein eng begrenztes lokales Muster hin: Die Betroffenen wohnen an derselben Strasse, und die Behörden vermuten einen Zusammenhang zwischen den beteiligten Insekten. Es handelt sich dabei um eine Wahrscheinlichkeit und nicht um eine bestätigte Erklärung dafür, wie sich jede einzelne Person angesteckt hat.

Für das Tessin hat die räumliche Nähe die Reaktion geprägt. Die Behörden und die SUPSI konzentrierten die Mückenbekämpfung auf das Quartier der Betroffenen, wo nach Einschätzung der Behörden verwandte Insekten aktiv gewesen sein könnten. Die Häufung verbindet die menschlichen Fälle und die lokale Mückenpopulation in einem Gebiet und gibt dem Kanton einen klar eingegrenzten Ort für seine Massnahme.

Ausgewachsene Tigermücken bekämpfen

Das Tessin versprühte gemeinsam mit der SUPSI eine Substanz, die ausgewachsene Tigermücken abtötet. Die Behandlung wurde in dem Quartier, in dem die vier Betroffenen wohnen, in die Luft gesprüht, sagte Merlani.

Die Massnahme sollte ausgewachsene Mücken in der unmittelbaren Umgebung bekämpfen. Merlani bezeichnete das Vorgehen als sehr wirksam und verwies darauf, wie wenig Strecke eine Tigermücke während ihres Lebens zurücklegt. Die Insekten flögen kaum mehr als 100 Meter, sagte er. Deshalb sei eine Behandlung auf Quartierebene für die Häufung relevant.

Die Massnahme ist eine gezielte Reaktion der kantonalen Behörden und der Fachhochschule vor Ort. Sie verknüpft den vermuteten Zusammenhang zwischen den Mücken mit einem konkreten Schritt im Wohngebiet der Betroffenen und richtet sich ausdrücklich gegen ausgewachsene Tigermücken.

Die Massnahmen auf das lokale Umfeld konzentrieren

Die geringe Flugweite der Tigermücke erklärt, weshalb die Sprühaktion auf das unmittelbare Umfeld konzentriert wurde. Merlani sagte, das Insekt fliege während seines Lebens kaum mehr als 100 Meter. Das gemeinsame Quartier der vier Betroffenen wurde deshalb zum Schwerpunkt der Mückenbekämpfung des Kantons.

An der Massnahme sind der Tessiner Kantonsarzt und die SUPSI beteiligt. Ziel ist es, ausgewachsene Tigermücken in dem Gebiet abzutöten. Die Behörden bringen einige Infektionen mit denselben oder verwandten Mücken in Verbindung, bezeichnen diesen Zusammenhang jedoch als wahrscheinlich und nicht als sicher.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers haben die gemeldeten Fälle eine gezielte Massnahme an ihrer Strasse ausgelöst. Der Vorfall zeigt zudem, wie eine Häufung von Fällen Behörden zu Massnahmen vor Ort bewegen kann, wenn sie einen Zusammenhang mit Mücken in der unmittelbaren Umgebung vermuten.