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Swiss Observer

Schweizer Bahnverkehr erzielt zum dritten Mal in Folge einen Rekord

Der Schweizer Bahnverkehr verzeichnete 2025 zum dritten Mal in Folge einen Jahresrekord. Die Passagiere legten knapp 24 Milliarden Personenkilometer zurück. Die jüngsten Zahlen deuten auf eine anhaltende Erholung vom Rückgang während der Pandemie und eine weiterhin steigende Nachfrage nach öffentlichem Verkehr hin.

Schweizer Bahnverkehr erzielt zum dritten Mal in Folge einen Rekord
AILe News

Knapp 24 Milliarden Personenkilometer im Jahr 2025 bescherten dem Schweizer Bahnverkehr den dritten Jahresrekord in Folge. Damit setzt sich die Erholung von den Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie fort. Zugleich bestätigt sich, dass der Bahnverkehr seinen zentralen Platz in der Schweizer Mobilität zurückgewonnen hat.

Laut der Bundesstatistik zum öffentlichen Verkehr legten die Passagiere 3% mehr Strecke zurück als 2024. Damit setzt sich die Erholung fort, die nach dem starken pandemiebedingten Rückgang der Bahnnutzung eingesetzt hatte. Das dichte Schienennetz der Schweiz, der integrierte Fahrplan und die verbreitete Nutzung des öffentlichen Verkehrs tragen weiterhin dazu bei, dass Menschen regelmässig in Städten, Ortschaften und Bergregionen unterwegs sind.

Das jüngste Ergebnis ist auch deshalb bedeutsam, weil es eine anhaltende Nachfrage und nicht bloss eine Erholung in einem einzelnen Jahr widerspiegelt. Die Bahnnutzung hat nun drei Jahre in Folge den bisherigen Jahresrekord übertroffen. Die Statistik liefert ein nationales Mass für die Aktivitäten von Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen und ermöglicht es der Politik, sich ein umfassendes Bild davon zu machen, wie sich die Menschen im Land fortbewegen.

Die Daten nennen keine einzelne Ursache für den Anstieg. Sie zeigen jedoch ein klares Ergebnis: Die Passagiere in der Schweiz fahren häufiger mit dem Zug und legen mehr Kilometer zurück. Damit steht die Bahn im Zentrum des Verkehrssystems des Landes, während die Bevölkerung wächst und der Bedarf an alltäglicher Mobilität weiter steigt.

Mehr Fahrten treiben den Anstieg

675 Millionen Bahnfahrten wurden 2025 in der Schweiz verzeichnet, 4% mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Fahrten stieg stärker als die insgesamt zurückgelegte Distanz. Das zeigt, dass vor allem die häufigere Nutzung zum jüngsten Wachstum beigetragen hat.

Die durchschnittliche Fahrtdistanz nahm um rund 1% zu, während die Zahl der Fahrten viermal stärker stieg als die Bevölkerung. Diese wuchs zwischen 2024 und 2025 um knapp 1% auf 9,1 Millionen. In der Praxis beförderte das Bahnsystem somit pro Einwohnerin und Einwohner mehr Fahrten, als der Bevölkerungszuwachs allein erwarten liesse.

Dieser Unterschied hilft, den Rekord zu erklären. Die Passagiere legten nicht einfach längere Strecken zurück. Sie unternahmen mehr Fahrten, und die leicht gestiegene durchschnittliche Distanz trug zusätzlich zum nationalen Gesamtwert bei. Die Zahlen passen zu einem Verkehrsnetz, das regelmässiger für Arbeit, Ausbildung, Einkäufe, Freizeit und Verbindungen zwischen Regionen genutzt wird.

Die Bundesstatistik weist nationale Gesamtwerte aus und nicht die individuellen Reisegewohnheiten. Die Quelldaten schlüsseln den Anstieg weder nach Kanton und Strecke noch nach Passagiergruppe auf. Die Kernaussage ist eindeutig: 2025 nutzten mehr Menschen die Schweizer Bahn häufiger, und die zusätzlichen Fahrten führten zu einem neuen Distanzrekord.

Aus der Erholung wird ein Trend

Die Bahn verzeichnete drei Jahre in Folge Rekordwerte, womit sich die Erholung nach der Pandemie zu einem längerfristigen Mobilitätstrend entwickelt. Die Zahlen für 2025 zeigen, dass die Nachfrage nach öffentlichem Verkehr nach dem aussergewöhnlichen Rückgang während der Covid-19-Zeit weiter zunimmt.

Das Ausmass der Erholung zeigt sich in der Kombination verschiedener Kennzahlen. Die Zahl der Personenkilometer erreichte knapp 24 Milliarden, die Zahl der Bahnfahrten 675 Millionen. Die beiden Werte erfassen unterschiedliche Aspekte der Auslastung des Netzes: Der erste misst die von Passagieren zurückgelegte Distanz, der zweite zählt die Fahrten. Zusammengenommen zeigen sie ein System, das sowohl intensiv genutzt wird als auch eine wachsende Zahl einzelner Fahrten bewältigt.

Der Datensatz des Bundes umfasst mehr als konventionelle Eisenbahnen. Die Schweizer Statistik zum öffentlichen Verkehr erfasst Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen, die Bahn-, Tram-, Trolleybus- und Busverkehr, Standseilbahnen, Seilbahnen, Personenschiffe und Autofähren betreiben. Für nicht alle diese Verkehrsmittel liegen vollständige Personenkilometerdaten vor. Die ausgewiesene Gesamtstrecke ist deshalb im Zusammenhang mit der erfassten Bahnnutzung zu betrachten.

Dieser breite statistische Rahmen vermittelt den Behörden ein nationales Bild der Nachfrage nach öffentlichem Verkehr und unterscheidet zugleich klar zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln. In der jüngsten Rekordbilanz ist die Bahn die aussagekräftigste Messgrösse. Andere Formen des öffentlichen Verkehrs gehören zum umfassenderen System, das die Schweizer Mobilität trägt.

Der Rekord rückt die Kapazität in den Fokus

Ein Anstieg der Bahnfahrten um 4% bei einem Bevölkerungswachstum von weniger als 1% ist für die Schweizer Verkehrsplaner ein deutliches Signal für die kommenden Jahre. Die Bevölkerung wächst, doch die Nachfrage nach Bahnverkehr nimmt noch stärker zu. Dadurch steigt der Druck auf Züge, Bahnhöfe, Gleise und Anschlüsse.

Der Rekord von 2025 erklärt für sich genommen nicht, warum die Passagiere häufiger unterwegs waren. Die verfügbaren Zahlen sind nicht nach Zweck, Strecke, Kanton oder Ticketart aufgeschlüsselt. Sie zeigen jedoch, dass der Anstieg hauptsächlich auf mehr Fahrten zurückging. Die durchschnittliche Fahrtdistanz trug rund 1% zum Zuwachs der Personenkilometer bei.

Für die Passagiere wird sich das anhaltende Wachstum bei der Kapazität und Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs bemerkbar machen. Eine häufigere Nutzung kann dafür sprechen, Verbindungen aufrechtzuerhalten und in die Infrastruktur zu investieren. Gleichzeitig müssen die Betreiber stark ausgelastete Verbindungen und überfüllte Umsteigepunkte bewältigen. An diesen Entscheiden sind der Bund, die Kantone, die Gemeinden und die Verkehrsunternehmen beteiligt.

Die Schweiz geht mit einer so hohen Bahnnutzung wie nie zuvor in das nächste Berichtsjahr. Entscheidend wird sein, ob die Zahl der Passagiere weiterhin schneller wächst als die Bevölkerung und ob das Netz zusätzliche Nachfrage aufnehmen kann, ohne die regelmässigen Verbindungen zu beeinträchtigen, die den Bahnverkehr für den Alltag praktisch machen.