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Swiss Observer

Schweizerische Post rückt gefährdete Nutztierrassen auf Briefmarken ins Rampenlicht

Die Schweizerische Post gibt eine Briefmarkenserie heraus, die fünf gefährdete Schweizer Nutztierrassen würdigt, darunter das Appenzeller Barthuhn, das Roux-du-Valais-Schaf und das Rätische Grauvieh. Die Briefmarken, die im November in den Verkauf kommen sollen, sollen auf die Bemühungen aufmerksam machen, die traditionelle Vielfalt der Schweizer Nutztiere zu bewahren.

Schweizerische Post rückt gefährdete Nutztierrassen auf Briefmarken ins Rampenlicht
AISWI swissinfo.ch

Ab dem 5. November 2026 werden fünf gefährdete Rassen auf Schweizer Postsendungen zu sehen sein. Die Schweizerische Post gibt eine Briefmarkenserie heraus, die Tieren gewidmet ist, die einst zum landwirtschaftlichen Alltag im ganzen Land gehörten und heute nur noch in kleinen, schrumpfenden oder geografisch begrenzten Beständen vorkommen.

Die Serie zeigt das Appenzeller Barthuhn, das Roux-du-Valais-Schaf, das Rätische Grauvieh, die Walliser Schwarzhalsziege und das kleine dreifarbige gescheckte Kaninchen. Die Schweizerische Post kündigte die Ausgabe am 24. September an und bezeichnete sie als Hommage an einheimische Rassen, die die Schweizer Landwirtschaft über Generationen geprägt haben.

Der Zeitpunkt verschafft den Tieren eine nationale Plattform, die über Bauernhöfe, Zuchtnetzwerke und spezialisierte Naturschutzorganisationen hinausgeht. Jede Briefmarke trägt ein Stück des landwirtschaftlichen Erbes der Schweiz durch Poststellen, private Sammlungen und Briefwechsel. Die Ausgabe rückt die Biodiversität zudem in den Rahmen einer vertrauten Schweizer Institution, bei der ein kleines gedrucktes Bild Haushalte im ganzen Land erreichen kann.

Die Schweizerische Post nahm die Serie in ihre vierte Briefmarkenausgabe des Jahres auf. Diese Ausgabe enthält auch die jährlichen Weihnachtsbriefmarken und verbindet die Motive der gefährdeten Rassen damit mit einem etablierten Anlass im Postkalender. Die neuen Briefmarken sind ab dem 5. November 2026 erhältlich.

Fünf Tiere, fünf Geschichten aus der Landwirtschaft

Die fünf Tiere stehen für unterschiedliche Aspekte des bäuerlichen Lebens in der Schweiz. Das Appenzeller Barthuhn ist mit der Nordostschweiz verbunden, während das Roux-du-Valais-Schaf den Namen des Wallis trägt, wo traditionelle Rassen eng mit der lokalen Landschaft und den landwirtschaftlichen Praktiken verknüpft bleiben. Das Rätische Grauvieh steht für das alpine Erbe Graubündens und der umliegenden Bergregionen.

Zur Serie gehören auch die Walliser Schwarzhalsziege und das kleine dreifarbige gescheckte Kaninchen. Damit reicht das Porträt der landwirtschaftlichen Vielfalt über grosse Weidetiere hinaus. Zusammengenommen zeigen die fünf Rassen, dass die Biodiversität bei Nutztieren auf unterschiedlichen Ebenen besteht, von Rindern und Schafen bis hin zu Geflügel und Kaninchen.

Die Quellenmitteilung nennt weder Bestandszahlen noch konkrete Bauernhöfe und Kantone, in denen die einzelnen Rassen derzeit gehalten werden. Sie beschreibt jedoch die gemeinsame Bedrohung aller fünf: Die Bestände sind sehr klein, rückläufig oder auf wenige Gebiete konzentriert. Dadurch können die Rassen anfällig für Krankheiten, veränderte wirtschaftliche Bedingungen in der Landwirtschaft und den Verlust von spezialisiertem Zuchtwissen sein.

Ihre Aufnahme auf Briefmarken verleiht den Tieren eine visuelle Identität für ein nationales Publikum. Sie würdigt zugleich, dass die Schweizer Landwirtschaft von regionalen Rassen geprägt wurde, die an das örtliche Gelände, Klima und die landwirtschaftlichen Traditionen angepasst sind.

Für den Erhalt braucht es mehr als eine Briefmarke

Das Appenzeller Barthuhn wird seit 1985 gezielt durch organisierte Schutzmassnahmen unterstützt. Die Stiftung ProSpecieRara setzt sich seit mehr als vier Jahrzehnten für den Erhalt der Rasse ein, wie Keystone-SDA berichtet. Ihre Geschichte veranschaulicht, wie lange der Schutz eines bedrohten Nutztieres dauern kann.

Für den Erhalt müssen ausreichend grosse, lebensfähige Zuchtbestände gesichert und die Tiere weiterhin aktiv in der Landwirtschaft gehalten werden. Dazu braucht es auch Bäuerinnen und Bauern sowie Züchterinnen und Züchter, die bereit sind, mit Tieren zu arbeiten, die weniger verbreitet oder wirtschaftlich weniger dominant sein können als standardisierte Rassen. Die Quelle nennt keine aktuellen Bestandszahlen, bezeichnet aber kleine Bestände, Rückgänge und die regionale Konzentration als wichtigste Warnsignale.

Traditionelle Rassen können Merkmale aufweisen, die sich über Generationen der Zucht in bestimmten Schweizer Lebensräumen entwickelt haben. Ihr Wert geht deshalb über ihr Aussehen oder nostalgische Vorstellungen hinaus. Sie sind Teil des lebendigen landwirtschaftlichen Erbes des Landes und werden durch Tiere bewahrt, die weiterhin mit Bauernhöfen und Landschaften verbunden sind.

Die Briefmarkenausgabe der Schweizerischen Post kann weder Zuchtprogramme noch die Unterstützung der Landwirtschaft ersetzen. Sie kann jedoch dazu beitragen, die Schutzbemühungen sichtbar zu machen und die Aufmerksamkeit auf Organisationen wie ProSpecieRara zu lenken. Für eine Rasse, deren Erhalt seit 1985 kontinuierliche Arbeit erfordert, bietet öffentliche Anerkennung eine weitere Möglichkeit, ihre Geschichte weiterzutragen.

Eine nationale Briefmarkenausgabe mit einer Botschaft zum Artenschutz

Die Briefmarken erscheinen, während die Schweizerische Post ihre nächsten saisonalen Ausgaben vorbereitet. Die Briefmarkenserie zu den gefährdeten Rassen ist ab dem 5. November 2026 erhältlich. Neue Dauermarken mit Bergmotiven sollen Anfang Dezember herauskommen. Diese Bergbriefmarken sind ab dem 1. Januar 2027 gültig.

Der Zeitplan ordnet die Nutztiere-Serie zwischen die Herbstausgabe und die postalische Jahresendsaison ein. Sammlerinnen und Sammler, Bäuerinnen und Bauern sowie Unterstützerinnen und Unterstützer der landwirtschaftlichen Biodiversität erhalten damit ein festes Datum, an dem sie nach den Motiven Ausschau halten können. Zugleich bleibt die Ausgabe Teil des regulären Programms der Schweizerischen Post, statt als einmalige Kampagne für den Artenschutz behandelt zu werden.

Für die Schweiz bietet die Ausgabe eine kompakte Möglichkeit, nationale Identität mit biologischer Vielfalt zu verbinden. Alpenlandschaften sind im öffentlichen Leben der Schweiz bereits eine vertraute Bildsprache. Diese Briefmarken ergänzen sie um die Tiere, die die Bauernhöfe hinter dieser Landschaft geprägt haben, darunter Rassen, deren Zukunft von einer relativ kleinen Zahl von Menschen und Regionen abhängt.

In der Mitteilung wird nicht behauptet, dass die Briefmarkenserie die Bestände der Rassen unmittelbar vergrössern wird. Als Ziel nennt sie, den traditionellen einheimischen Rassen Anerkennung zu zollen und auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen. Diese Aufmerksamkeit wird mit jedem Brief mitgeschickt, der ab November mit einer der neuen Briefmarken frankiert wird.