Reisen
Schweizer Pass belegt weltweit den neunten Rang beim Zugang zu Reisezielen
Der Schweizer Pass belegt weltweit den neunten Rang. Er ermöglicht Schweizer Bürgerinnen und Bürgern visumfreien oder vereinfachten Zugang zu den meisten europäischen Destinationen sowie weitreichenden Zugang zu den Amerikas, den Golfstaaten und der Karibik. Für eine Reihe von Ländern benötigen Reisende weiterhin ein Visum oder zusätzliche Bewilligungen.

Mit dem Schweizer Pass können Reisende 119 Destinationen ohne Visum besuchen. Damit belegt die Schweiz weltweit den neunten Rang. Das am 22. September 2026 von Passport Reports veröffentlichte Ergebnis bestätigt die starke Position des Dokuments für die internationale Mobilität und weist zugleich auf die Kontrollen hin, die Reisende vor der Abreise noch erledigen müssen.
Schweizer Bürgerinnen und Bürger profitieren zudem in weiteren 54 Ländern von vereinfachten Verfahren. Dort stellen die Behörden Visa bei der Ankunft aus oder akzeptieren elektronische Reisegenehmigungen und ähnliche Einreisebewilligungen. Für 25 Destinationen ist weiterhin ein reguläres Visum erforderlich.
Die Rangliste ist für Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz relevant, die beruflich, zum Studium, für Familienbesuche oder für Ferien reisen. Visabestimmungen können beeinflussen, wie schnell sich eine Reise organisieren lässt, ob ein Antrag Wochen im Voraus eingereicht werden muss und welche Dokumente Grenzbeamtinnen und Grenzbeamte verlangen können.
Die weltweite Position des Schweizer Passes hat sich gegenüber den führenden Pässen in der Praxis kaum verändert. Singapur führt die Liste mit 129 Destinationen ohne Visum an, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 128. Die Schweiz liegt knapp hinter den Spitzenreitern. Dazu tragen der breite Zugang in Europa, den Amerikas, den Golfstaaten und der Karibik bei.
Breiter Zugang in Europa, aber mit digitalen Kontrollen
Europa bleibt der stärkste Reisekorridor für den Schweizer Pass: 44 Destinationen sind ohne Visum zugänglich. Schweizer Staatsangehörige können sich in den meisten europäischen Destinationen mit geringem administrativem Aufwand bewegen. Das ist ein grosser Vorteil für ein Land, dessen Einwohnerinnen und Einwohner regelmässig aus beruflichen, geschäftlichen und privaten Gründen Grenzen überqueren.
Die Rangliste zeigt auch, dass die starke Position in Europa nicht für den Spitzenrang der Region reicht. Die Schweiz liegt unter 47 europäischen Ländern auf Rang 13. Pässe von Mitgliedstaaten der Europäischen Union, darunter Spanien, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland und Griechenland, liegen vor dem Schweizer Pass. Dasselbe gilt für mehrere nordeuropäische Länder.
Passport Reports bezeichnet die Unterschiede bei den visumfrei zugänglichen Destinationen und den formellen Visumspflichten als gering. Für Reisende können die verbleibenden Unterschiede die Planung dennoch beeinflussen. Schweizer Besucherinnen und Besucher benötigen für die Einreise ins Vereinigte Königreich eine elektronische Reisegenehmigung. Für Russland ist gemäss den in der Rangliste aufgeführten Bedingungen ein Visum bei der Ankunft erforderlich.
Das Beispiel des Vereinigten Königreichs zeigt, dass der Zugang zu Reisezielen zunehmend sowohl von digitalen Bewilligungen als auch von herkömmlichen Visa abhängt. Schweizer Reisende sollten sich vor der Buchung beim Zielland über die aktuellen Regeln informieren, insbesondere wenn die Reiseroute einen Zwischenstopp in einem Drittland umfasst.
Der Zugang variiert regional von Ozeanien bis Afrika
Den breitesten regionalen Zugang bietet der Schweizer Pass in Ozeanien, wo die Gesamtquote fast 93 Prozent erreicht. In dieser Zahl sind visumfreie Einreisen, Visa bei der Ankunft und elektronische Reisegenehmigungen enthalten. Schweizer Bürgerinnen und Bürger haben damit mehrere Möglichkeiten, in die Region einzureisen, auch wenn eine Reise eine vorherige Registrierung erfordert.
Auch in anderen Teilen der Welt ist der Zugang hoch. Passport Reports beziffert die Quote auf 82 Prozent in Asien, 82,4 Prozent im Nahen Osten, 80 Prozent in Zentralasien und 72,2 Prozent in Afrika. Diese Zahlen umfassen unterschiedliche Formen der vereinfachten Einreise. Sie bedeuten deshalb nicht, dass Reisende an jeder Grenze dieselben Bedingungen vorfinden.
Auch die Amerikas, die Golfstaaten und die Karibik bieten Schweizer Reisenden günstige Bedingungen. Laut der Quelle sind Destinationen in diesen Gebieten entweder ohne Visum, mit einem Visum bei der Ankunft oder mit einer elektronischen Reisegenehmigung zugänglich.
Die administrativen Einzelheiten können sich dennoch stark unterscheiden. Reisende benötigen unter Umständen einen Nachweis für die Weiterreise, einen Pass mit ausreichender Gültigkeit, Angaben zur Unterkunft, eine Reiseversicherung oder ein ausgefülltes digitales Formular. Fluggesellschaften können die Beförderung verweigern, wenn eine Bewilligung fehlt, auch wenn kein herkömmliches Visum erforderlich ist.
Vor der Buchung die Details prüfen
Für 25 Destinationen benötigen Schweizer Bürgerinnen und Bürger weiterhin ein reguläres Visum. Die Zahl erinnert daran, dass ein hoher Rang eine länderspezifische Vorbereitung nicht überflüssig macht. Der visumfreie Zugang deckt viele beliebte Reiserouten ab, begründet aber keinen allgemeinen Anspruch auf Einreise.
Die Unterscheidung zwischen den Einreisekategorien ist wichtig. Auch bei einer visumfreien Destination kann die Aufenthaltsdauer begrenzt sein, bezahlte Arbeit untersagt oder eine Online-Registrierung verlangt werden. Bei einem Visum bei der Ankunft können Gebühren, Wartezeiten und Dokumentenkontrollen anfallen. Eine elektronische Reisegenehmigung kann zwar rasch erteilt werden, muss aber in der Regel vor dem Boarding vorliegen.
Schweizer Reisende sollten die Anforderungen für jede Destination ihrer Reiseroute bei der Botschaft, dem Konsulat oder auf der offiziellen Website der Einwanderungsbehörde überprüfen. Die Regeln können je nach Zweck der Reise variieren, etwa bei Ferien, Erwerbstätigkeit, Journalismus, Studium oder Familiennachzug. Auch die Anforderungen an die Gültigkeit des Passes unterscheiden sich. Einige Destinationen verlangen zudem freie Seiten im Pass oder einen Nachweis der Weiterreise.
Passport Reports bezeichnet sich als unabhängige Plattform ohne Verbindung zu einer Regierung. Sie soll nach eigenen Angaben Einreisebestimmungen leichter vergleichbar machen. Die Rangliste ist somit eine hilfreiche Orientierung für die Planung. Für die aktuellen Regeln ist jedoch weiterhin die Behörde des Ziellands massgebend.
Ein starker Pass trifft auf strengere Schweizer Einreiseregeln
Im Hospitality-Ranking belegt die Schweiz unter 199 Ländern den 92. Rang, deutlich hinter ihrem neunten Rang beim Zugang für Auslandsreisen. Der Vergleich zeigt, dass die Stärke eines Passes und die Offenheit eines Landes für ausländische Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Aspekte der internationalen Mobilität messen.
Viele Staatsangehörige, deren Pässe von der Schweiz bevorzugt behandelt werden, benötigen für die Einreise in die Schweiz trotzdem ein Visum. Die Schweizer Behörden wenden eigene Einreisebestimmungen an, die sich nach der Staatsangehörigkeit, dem Reisezweck, der Aufenthaltsdauer und weiteren Bedingungen richten. Die Rangliste beurteilt nicht, ob diese Regeln fair oder wirksam sind. Sie hält die praktischen Anforderungen fest, mit denen Reisende konfrontiert sind.
Für Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland ist der Pass auch jenseits von Ferienreisen wertvoll. Er kann Geschäftsreisen, Familienbesuche und Kurzaufenthalte in verschiedenen Regionen erleichtern. Schweizer Staatsangehörige, die ausserhalb des Landes leben, müssen ihre Dokumente ebenfalls gültig halten und Verlängerungen sorgfältig planen. Gesundheitsprobleme, die Entfernung zu einem Konsulat und Reisekosten können diesen Prozess erschweren, wie Swissinfo bereits berichtet hat.
Der neunte Rang bietet eine klare Momentaufnahme der Mobilität der Schweiz im Jahr 2026. Zugleich bleibt Reisenden eine praktische Aufgabe: Sie müssen die Regeln für die jeweilige Destination, das Reisedatum und den Zweck jeder Reise überprüfen.