Schweizer Politik
Was die neuesten Zahlen zur Parteienfinanzierung in der Schweiz zeigen
Neun grosse Schweizer Parteien meldeten für 2025 Einnahmen von 24,6 Millionen Franken, weniger als im Vorjahr. Diese Analyse erklärt die neuen Transparenzregeln, vergleicht die Parteifinanzen und beurteilt, was die Zahlen über Geld in der Schweizer Politik aussagen.

Schweizer Parteien meldeten für 2025 Einnahmen von 24,6 Millionen Franken, wodurch die Geldflüsse durch nationale politische Organisationen für die Stimmberechtigten besser sichtbar werden. Die vom Schweizerischen Bundesrechnungshof veröffentlichten und am 31. August 2026 gemeldeten Zahlen bedeuten einen Rückgang um 1 Million Franken oder rund 3,9 Prozent gegenüber den für 2024 ausgewiesenen 25,6 Millionen Franken.
Die Offenlegung erfolgt, während sich die Schweizer Stimmberechtigten auf eine weitere Runde von Initiativ- und Referendumskampagnen vorbereiten. Am 27. September hatten die Kampagnengruppen hinter zwei Initiativen bereits Budgets von insgesamt 7,86 Millionen Franken angekündigt. Dies ist ein separater Massstab für den finanziellen Umfang der direkten Demokratie.
Die Parteizahlen sind bedeutsam, weil die Schweiz seit Langem ein System mit mächtigen politischen Organisationen und einem dezentralisierten Wahlwesen verbindet. Parteien sind auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene tätig, während Kampagnen häufig von Allianzen getragen werden, die ausserhalb der formellen Parteistrukturen stehen. Die jährlichen Gesamteinnahmen bieten deshalb einen nützlichen Überblick über die Parteifinanzen, während Kampagnenausgaben und die breitere politische Finanzierung separat beurteilt werden müssen.
Der neue Berichtsrahmen macht diese Zahlen besser sichtbar. Parteien müssen ihre Finanzen gemäss den Schweizer Transparenzregeln zur Politikfinanzierung offenlegen, und die Eidgenössische Finanzkontrolle veröffentlicht die gemeldeten Gesamtbeträge. Die Daten zeigen, wo sich die formellen Parteieinnahmen konzentrieren, welche Parteien zugelegt oder eingebüsst haben und wo die öffentliche Dokumentation noch lückenhaft ist.
Die Sozialdemokraten führen die Finanzrangliste an
Die Sozialdemokratische Partei meldete Einnahmen von 7,9 Millionen Franken und war damit 2025 die grösste Empfängerin ausgewiesener Parteieinnahmen. Ihr Gesamtbetrag übertraf die 4,8 Millionen Franken der FDP um 3,1 Millionen Franken und war mehr als doppelt so hoch wie die 3,8 Millionen Franken der Schweizerischen Volkspartei.
Die Zahlen weisen für Die Mitte 2,7 Millionen Franken aus, gefolgt von der Grünen Partei mit 1,8 Millionen Franken und der Grünliberalen Partei mit 1,2 Millionen Franken. Drei weitere Parteien meldeten jeweils weniger als 1 Million Franken. Insgesamt kommen die neun Parteien auf 24,6 Millionen Franken, wobei die Quelle keine einzelnen Beträge für diese drei kleineren Organisationen nennt.
Die Rangfolge widerspiegelt die unterschiedlichen Strukturen, Mitgliederzahlen und politischen Rollen der Schweizer Parteien. Die Sozialdemokraten, die FDP, die Schweizerische Volkspartei und Die Mitte sind die vier grössten Parteien, die im Bundesrat vertreten sind. Unter ihnen meldeten die Sozialdemokraten und die Schweizerische Volkspartei tiefere Einnahmen als 2024. Die FDP und Die Mitte meldeten Zunahmen.
Die Quelle nennt keine genauen Ursachen für diese Veränderungen. Ein tieferer Jahresbetrag kann auf Veränderungen bei Spenden, Mitgliederbeiträgen, parlamentarischen Beiträgen oder anderen ausgewiesenen Einnahmen zurückzuführen sein. Die veröffentlichten Zahlen zeigen das Ausmass und die Richtung der Veränderung. Eine umfassende Erklärung würde jedoch detailliertere Parteirechnungen erfordern.
Transparenz schafft Klarheit, aber auch Lücken werden sichtbar
Die Transparenzregeln machen Parteieinnahmen öffentlich vergleichbar, wobei die Eidgenössische Finanzkontrolle die gemeldeten Gesamtbeträge veröffentlicht. Damit erhalten Stimmberechtigte, Medienschaffende und politische Gegner eine gemeinsame Vergleichsgrundlage, um die verfügbaren Mittel der einzelnen Organisationen einzuschätzen.
Die Zahlen zeigen auch die Grenzen einer einzelnen Jahressumme. Die ausgewiesenen Parteieinnahmen entsprechen nicht jedem Franken, der in der Schweizer Politik ausgegeben wird. Nationale Parteien können mit kantonalen Sektionen, Kampagnenkomitees, Vereinen und Referendumsallianzen zusammenarbeiten. Die Quelle berichtet separat, dass Befürworter und Gegner von zwei Initiativen am 27. September Kampagnenbudgets von 7,86 Millionen Franken angekündigt hatten. Diese Kampagnenbeträge sollten nicht automatisch zur Parteisumme von 24,6 Millionen Franken hinzugerechnet werden.
Auch die Dokumentation der Offenlegungen weist eine klare Lücke auf. Die Lega hatte ihre Finanzierung noch nicht offengelegt, als die Zahlen veröffentlicht wurden. Die Gesamtsumme umfasst damit neun Parteien, die Angaben eingereicht hatten, bietet aber keine vollständige Übersicht über alle bedeutenden politischen Organisationen, die in der Schweiz tätig sind.
Das Ergebnis ist eine besser informierte öffentliche Dokumentation, aber keine vollständige Übersicht über das politische Geld. Die Transparenzregeln erleichtern den Vergleich der ausgewiesenen Einnahmen. Sie geben den Stimmberechtigten auch einen praktischen Grund, zu prüfen, welche Organisationen ihre Angaben eingereicht haben, welchen Zeitraum die Zahlen abdecken und ob eine Kampagne von einer Partei oder einem separaten Komitee geführt wird.
Die Zahlen zeigen Ressourcen, nicht politische Macht
Ein Rückgang um 1 Million Franken bedeutet keinen umfassenden Rückzug aus der politischen Finanzierung, markiert aber eine messbare Veränderung der ausgewiesenen Parteieinnahmen. Der Rückgang von 25,6 Millionen Franken im Jahr 2024 auf 24,6 Millionen Franken im Jahr 2025 ist prozentual moderat, doch die Entwicklung fällt von Partei zu Partei unterschiedlich aus.
Die Sozialdemokraten und die Schweizerische Volkspartei meldeten geringere Einnahmen als ein Jahr zuvor. Die FDP und Die Mitte meldeten höhere Einnahmen. Die verfügbare Quelle nennt weder die genauen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr für die einzelnen Organisationen noch eine Aufschlüsselung der Einnahmen nach Spenden, Mitgliederbeiträgen, öffentlichen Beiträgen oder anderen Kategorien. Daher lassen sich nur begrenzt verlässliche Schlüsse über Geldgeber oder politischen Einfluss ziehen.
Die Verteilung hat dennoch politische Bedeutung. Allein die Sozialdemokraten vereinten rund 32 Prozent der gesamten ausgewiesenen Einnahmen auf sich. Die vier in den Zahlen genannten Regierungsparteien meldeten zusammen 19,2 Millionen Franken, also rund 78 Prozent der Gesamtsumme der neun Parteien. Kleinere Parteien gehören weiterhin zum formellen System, ihre ausgewiesenen finanziellen Möglichkeiten sind jedoch deutlich geringer.
Für die Schweizer Stimmberechtigten kommt es bei Abstimmungen und Wahlen auf die praktische Wirkung an. Veröffentlichte Parteieinnahmen können helfen, die organisatorische Reichweite zu erklären, während kampagnenspezifische Offenlegungen zeigen, wie viel Geld Gruppen für einzelne Abstimmungen einsetzen. Beide Dokumentationen zusammen vermitteln ein genaueres Bild als jede Summe für sich allein.