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Swiss Observer

Swiss Life plant bis 2028 den Abbau von rund 600 Stellen

Swiss Life plant bis 2028 den Abbau von rund 600 Stellen. Betroffen sind das Schweizer Geschäft und der Vermögensverwaltungsarm des Unternehmens in ungefähr gleichem Umfang, wobei viele Stellen im Ausland wegfallen dürften. Der Versicherer begründet den Umbau mit der Digitalisierung und dem Bedarf an mehr Effizienz.

Swiss Life plant bis 2028 den Abbau von rund 600 Stellen
AISWI swissinfo.ch

Bis 2028 sollen bei Swiss Life rund 600 Stellen wegfallen. Damit steht eine umfassende Restrukturierung bei einer der grossen Versicherungsgruppen der Schweiz an. Der Plan betrifft sowohl Swiss Life Schweiz als auch Swiss Life Asset Managers. Die beiden Bereiche dürften ungefähr gleich viele Stellen abbauen. Viele der betroffenen Stellen befinden sich voraussichtlich ausserhalb der Schweiz.

Swiss Life kündigte den Plan am Dienstag, 1. September 2026, an. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 11'000 Mitarbeitende. Der angekündigte Abbau bedeutet somit eine erhebliche Anpassung der Belegschaft. Swiss Life erklärte, ein grosser Teil des Abbaus solle durch «natürliche Fluktuation» erfolgen, etwa indem frei werdende Stellen nach dem Austritt von Mitarbeitenden unbesetzt bleiben.

Das Unternehmen hat durch eine gezielte Besetzungspolitik bei offenen Stellen bereits rund 100 Stellen abgebaut. Bis Ende 2026 sollen weitere 100 Stellen wegfallen. Der restliche Abbau erfolgt in den darauffolgenden zwei Jahren.

Swiss Life erklärte, das Unternehmen werde betroffene Mitarbeitende bei der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven unterstützen. Die Mitteilung enthielt keine Aufschlüsselung nach Ländern und gab auch nicht an, wie viele Mitarbeitende mit Arbeitsort in der Schweiz die Gruppe verlassen werden.

Zwei Geschäftsbereiche tragen den Stellenabbau

Swiss Life Schweiz und Swiss Life Asset Managers werden ungefähr gleich viele Stellen abbauen. Das Unternehmen hat keine detaillierte Aufschlüsselung nach Funktion, Standort oder Land veröffentlicht, erklärte aber, der Abbau werde vor allem im Ausland erfolgen. Wie sich die Massnahme unmittelbar auf die Beschäftigung in der Schweiz auswirkt, bleibt damit vorerst unklar.

Die Verteilung widerspiegelt die Reichweite der Geschäftstätigkeit von Swiss Life. Die Versicherungssparte betreut Kundinnen und Kunden in der Schweiz, während Swiss Life Asset Managers auf internationalen Anlagemärkten tätig ist. Gruppenweite Veränderungen können Stellen in der Verwaltung, der Technologie, der Abwicklung von Anlagegeschäften und bei Unterstützungsdiensten betreffen. In der öffentlichen Mitteilung nannte Swiss Life jedoch keine bestimmten Abteilungen.

In der Schweiz fällt die Ankündigung in eine Zeit, in der die Beschäftigung im Finanzdienstleistungsbereich verstärkt im Fokus steht. Versicherungsgruppen setzen zunehmend auf digitale Kundenschnittstellen, automatisierte Prozesse und zentralisierte Backoffice-Systeme. Dadurch kann der Bedarf an gewissen Funktionen sinken, während die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen Technologie, spezialisierte Risikoanalyse, Anlagen und Daten steigt.

Da das Unternehmen auf natürliche Fluktuation setzt, hängt die endgültige Auswirkung auch von Austritten, Einstellungsentscheiden und internen Wechseln ab. Solange Swiss Life keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht, bedeutet die Zahl von 600 weder 600 sofortige Entlassungen noch 600 Stellenstreichungen in der Schweiz.

Digitalisierung treibt Effizienzbestrebungen voran

Die Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil der Begründung von Swiss Life für den Stellenabbau. In ihrer Mitteilung verknüpfte die Versicherungsgesellschaft den Plan mit dem «profitablen Wachstum des Geschäfts über 2027 hinaus» und der Notwendigkeit, die Effizienz zu steigern. Die fortschreitende Digitalisierung eröffne einen Teil dieser Möglichkeiten.

Die Ankündigung stellt die Produktivität ins Zentrum der nächsten Entwicklungsphase des Konzerns. Swiss Life will über 2027 hinaus wachsen und zugleich den Ressourceneinsatz für den Betrieb des Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäfts kontrollieren. Werden offene Stellen nicht wieder besetzt, kann das Unternehmen die Belegschaft schrittweise reduzieren, ohne das gesamte Programm als Welle sofortiger Entlassungen darzustellen.

Dieser Ansatz kann den Übergang für das Unternehmen erleichtern, nimmt den Mitarbeitenden aber nicht die Unsicherheit. Austretende Mitarbeitende werden möglicherweise nicht ersetzt, und Teams könnten Aufgaben übernehmen, die bisher auf mehr Stellen verteilt waren. Swiss Life erklärte, betroffene Mitarbeitende bei der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven zu unterstützen, machte aber keine Angaben zu Umschulungen, internen Versetzungen oder Abgangsentschädigungen.

Die ersten 100 Stellen wurden bereits durch gezielte Einstellungsentscheide abgebaut. Bis Ende 2026 sollen die nächsten 100 folgen. Damit hat die Gruppe einen konkreten ersten Meilenstein für die Umsetzung des längerfristigen Plans gesetzt.

Die nächste Bewährungsprobe ist die interne Mobilität

Die vollen Auswirkungen auf die Beschäftigung werden sich bis 2028 schrittweise zeigen. Der Zeitplan von Swiss Life deutet auf einen gesteuerten Stellenabbau hin und nicht auf eine einmalige Ankündigung von Massenentlassungen. Rund 100 Stellen sind bereits weggefallen, bis Ende 2026 sollen weitere 100 folgen. Der verbleibende Abbau wird über die darauffolgende Zeit verteilt.

Das Versprechen des Versicherers, Mitarbeitende bei der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven zu unterstützen, dürfte von Personalvertretungen und politischen Entscheidungsträgern genau verfolgt werden. Zu den praktischen Fragen gehört, wie viele Mitarbeitende in andere Funktionen wechseln können, welche Kompetenzen Swiss Life künftig priorisiert und welcher Anteil des Abbaus über Pensionierungen, freiwillige Austritte und unbesetzte Stellen erreicht wird.

Auch die Unterscheidung zwischen den Auswirkungen in der Schweiz und im Ausland wird wichtig sein. Swiss Life geht davon aus, dass viele Stellen im Ausland wegfallen, nannte in der öffentlichen Ankündigung aber keine betroffenen Länder. Gespräche vor Ort und weitere Mitteilungen des Unternehmens müssen daher klären, was dies für die Standorte und Teams bedeutet.

Für Arbeitnehmende in der Schweiz zeigt die Ankündigung, wie digitale Investitionen und Kostenkontrolle den Finanzdienstleistungsbereich verändern. Swiss Life will nach eigenen Angaben über 2027 hinaus profitabel wachsen und dafür mit weniger Mitarbeitenden arbeiten. Die nächsten Mitteilungen werden zeigen, ob natürliche Fluktuation und interne Wechsel einen grossen Teil der Veränderung auffangen können oder ob formelle Entlassungen stärker in den Vordergrund rücken.