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Swiss Observer

Handwerker und Techniker führen die moderate Erholung des Schweizer Arbeitsmarkts an

Die Nachfrage nach Bauarbeitern, Elektrikern und vielseitig qualifizierten Mechanikern trägt zur moderaten Erholung des Schweizer Arbeitsmarkts bei. Ein neuer Index stieg im Jahresvergleich um 0.8 Punkte, während derzeit nur ein kleiner Anteil dieser Berufe als stark durch KI-gesteuerte Automatisierung gefährdet gilt.

Handwerker und Techniker führen die moderate Erholung des Schweizer Arbeitsmarkts an
AISWI swissinfo.ch

Der Swiss Job Market Index stieg im dritten Quartal auf 131.5 Punkte und signalisiert damit eine moderate Verbesserung der Einstellungsbedingungen im ganzen Land. Adecco und die Universität Zürich verzeichneten einen Anstieg um 0.8 Punkte gegenüber dem Vorquartal und denselben Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.

Die Erholung bleibt begrenzt, doch ihre Zusammensetzung gibt dem jüngsten Wert eine klare Richtung. Handwerkliche und technische Berufe sorgen für einen Grossteil des Aufschwungs, wobei Bauarbeiter die Nachfragerangliste anführen. Es folgen Elektriker und vielseitig qualifizierte Mechaniker.

Dieses Muster ist in einem Land von Bedeutung, dessen Bauwirtschaft, Infrastrukturunterhalt, industrielle Produktion und technische Dienstleistungen auf Arbeitskräfte mit praktischer Ausbildung angewiesen sind. Der Index weist nicht auf einen breit abgestützten Aufschwung in allen Berufen hin. Er zeigt, dass Arbeitgeber weiterhin Menschen suchen, die Anlagen installieren, reparieren, bauen und bedienen können, und bei denen körperliche Arbeit und technisches Urteilsvermögen zentral bleiben.

Adecco und die Universität Zürich veröffentlichten die Ergebnisse am 15. Oktober 2026. Die Zahlen vermitteln Arbeitnehmenden und Arbeitgebern ein vorsichtiges Signal: Der Schweizer Arbeitsmarkt verbessert sich, das Tempo bleibt jedoch verhalten.

Handwerk und Technik treiben die Nachfrage

Bauarbeiter stehen in der jüngsten Nachfragerangliste an erster Stelle, vor Elektrikern und vielseitig qualifizierten Mechanikern. Das Ergebnis deutet auf einen anhaltenden Rekrutierungsbedarf in Berufen hin, die praktische Arbeit mit spezialisiertem technischem Wissen verbinden.

Auf Baustellen sind verschiedene Fachkenntnisse gefragt: von Arbeitskräften, die Bauwerke errichten und fertigstellen, über Elektriker, die Anlagen anschliessen, bis zu Mechanikern, die Maschinen warten. Der Quellbericht enthält weder Zahlen zu offenen Stellen noch eine Aufschlüsselung nach Kantonen. Der Index kann deshalb nicht zeigen, in welchen Regionen besonders intensiv rekrutiert wird. Er benennt jedoch die Berufsgruppen, die den nationalen Trend nach oben ziehen.

Vielseitig qualifizierte Mechaniker sind für Arbeitgeber, die komplexe Anlagen betreiben, besonders wichtig. Ihre Arbeit kann Diagnose, Reparatur und Wartung umfassen und Unternehmen ermöglichen, mehrere technische Anforderungen mit einer einzigen Funktion abzudecken. Auch Elektriker arbeiten in der Baubranche, in der Gebäudetechnik und in der Industrie.

Für Stellensuchende unterstreichen die Zahlen den Wert beruflicher und technischer Bildungswege, die zu anerkannten praktischen Kompetenzen führen. Für Arbeitgeber machen sie deutlich, wie wichtig es ist, Arbeitskräfte zu finden, die vor Ort mitarbeiten und sich auf veränderte Anlagen, Vorschriften und Betriebssysteme einstellen können.

KI-Risiko bleibt bei Fachberufen begrenzt

Nur 2% der im Bericht aufgeführten Berufe gelten als stark durch KI-gesteuerte Automatisierung gefährdet. Die Autorinnen und Autoren stufen etwa ein Viertel als moderat gefährdet ein. Damit erhält die jüngste Erholung auf dem Arbeitsmarkt auch eine wichtige technologische Dimension.

Die Einschätzung legt nahe, dass künstliche Intelligenz Teile dieser Berufe eher verändern als vollständig ersetzen dürfte. Software kann bei der Planung, Fehlererkennung, Dokumentation oder routinemässigen Analyse helfen. Bauarbeiter, Elektriker und Mechaniker müssen weiterhin mit Materialien, Werkzeugen, Maschinen und unterschiedlichen Arbeitsumgebungen umgehen.

Die Zahlen sind als Risikoeinschätzung für Berufe zu verstehen, nicht als Prognose individueller Stellenverluste. Ein Beruf mit moderater Gefährdung kann sich verändern, wenn Arbeitgeber neue Systeme einführen. Gleichzeitig können Arbeitnehmende durch Ausbildung und Erfahrung neue Aufgaben übernehmen. Der Quellbericht erläutert weder die Methoden für die Risikoeinstufung der einzelnen Berufe noch, welche Tätigkeiten am stärksten unter Druck stehen.

Die Schweizer Debatte über KI und Beschäftigung betrifft somit auch eine grosse praktische Arbeitswelt. Die Digitalisierung wird Werkstätten, Baustellen und Wartungsteams ebenso beeinflussen wie Büros und Labors.

Das nächste Quartal im Blick behalten

Die beiden Anstiege des Index um jeweils 0.8 Punkte zeigen eine Erholung, aber keine rasche Beschleunigung. Zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal stieg die Nachfrage der Arbeitgeber nach wichtigen praktischen Berufen, doch die Gesamtentwicklung bleibt moderat.

Die nächsten Werte werden zeigen, ob Bau, Elektroarbeiten und mechanische Wartung die Verbesserung aufrechterhalten können. Die aktuelle Veröffentlichung enthält weder Prognosen noch Lohnzahlen, Arbeitslosendaten oder regionale Vergleiche. Auch wird nicht beziffert, wie viele offene Stellen Arbeitgeber nur schwer besetzen konnten. Deshalb ist der Index ein Richtungsindikator und keine umfassende Darstellung des Schweizer Arbeitsmarkts.

Für Arbeitnehmende liegt das stärkste Signal in der Art der gefragten Kompetenzen. Praktisches Können, technische Ausbildung und die Fähigkeit, mit verschiedenen Systemen umzugehen, bleiben sichtbar gefragt. Unternehmen, die bei der Rekrutierung stärker unter Druck stehen, müssen möglicherweise auch in Lehrstellen, Umschulungen und Technologien am Arbeitsplatz investieren, damit erfahrene Berufsleute ihr Wissen an Neueinsteiger weitergeben können.

Die Schweiz geht mit einem leicht verbesserten Arbeitsmarkt und einer Handwerksbranche, die einen grossen Teil dieser Entwicklung trägt, ins nächste Quartal. Die Zahlen stimmen vorsichtig zuversichtlich, lassen aber Ausmass und Dauerhaftigkeit der Erholung offen, bis weitere Daten vorliegen.