Wirtschaft
Schweizer Inflation steigt im Oktober auf 1.5%
Die Jahresteuerung in der Schweiz stieg im Oktober auf 1.5%, den höchsten Stand seit Dezember 2023. Sie liegt jedoch weiterhin innerhalb des Zielbereichs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für Preisstabilität von 0% bis 2%. Erdölprodukte kosteten 40% mehr als ein Jahr zuvor.

Die Jahresteuerung erreichte im Oktober 1.5%, nachdem sie im September bei 1.0% gelegen hatte, teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag, 3. November, mit. Damit erreichte die Jahresteuerung den höchsten Stand seit Dezember 2023. Dies markiert auch eine deutliche Veränderung gegenüber dem Jahresbeginn, als die Inflation nahe null lag. Die durchschnittliche Jahresteuerung der Schweiz für 2025 betrug 0.2%. Der Oktoberwert liegt weiterhin innerhalb der Definition der Schweizerischen Nationalbank für Preisstabilität, einer Spanne von 0% bis 2%. Diese Grenze ordnet die monatliche Mitteilung ein: Die Teuerung ist rasch gestiegen, liegt aber weiterhin innerhalb des von der SNB angegebenen Bereichs. Für Haushalte, die die Preise beobachten, zeigt die Schlagzeilenzahl einen breiten Jahresvergleich, während der separate Monatsindex und die einzelnen Preiskategorien zeigen, wo der Anstieg im Oktober verzeichnet wurde.
Oktober übertrifft die Prognosen
Der Oktoberwert von 1.5% lag über den Prognosen der Ökonomen. In einer Umfrage der AWP erwarteten Ökonomen eine Jahresteuerung zwischen 1.1% und 1.4%. Der gemeldete Wert übertraf sogar die Obergrenze dieser Spanne. Auch der Vergleich von Monat zu Monat zeigt das Tempo des jüngsten Anstiegs: Im September lag die Jahresteuerung bei 1.0%, bevor sie im Oktober um einen halben Prozentpunkt zunahm. Das BFS erklärte, die Inflation sei bereits in den vorangegangenen Monaten deutlich gestiegen. Zu Jahresbeginn lag sie nahe null, und der Jahresdurchschnitt für 2025 betrug lediglich 0.2%. Der Oktober setzt somit eine im Jahresverlauf erkennbare Veränderung fort und markiert zugleich den höchsten Jahreswert seit Dezember 2023. Die Abweichung von der Prognose und die jüngste Entwicklung sind unterschiedliche Messgrössen: Die eine vergleicht den Oktober mit den Erwartungen der Ökonomen, die andere bildet die gemessene Jahresteuerung im Zeitverlauf ab.
Treibstoffpreise sorgen für eine Kluft
Erdölprodukte kosteten 40% mehr als ein Jahr zuvor, ein starker Anstieg parallel zur höheren Inflation im Oktober. Das BFS meldete zudem, dass die Kerninflation unverändert bei 0.5% lag, gleich wie im September. Bei der Berechnung der Kerninflation werden Energie, Treibstoffe, frische und saisonale Produkte ausgeklammert. Sie bietet damit eine andere Sicht als die Gesamtteuerung, die diese Kategorien einschliesst. Der Gegensatz ist in den veröffentlichten Zahlen deutlich: Die Jahresteuerung stieg auf 1.5%, während die Kerninflation bei 0.5% verharrte. Der Vergleich der Erdölpreise bezieht sich auf den Oktober im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres. Er ist nicht mit der monatlichen Veränderung des Gesamtindex der Konsumentenpreise gleichzusetzen. Zusammengenommen zeigen die Zahlen, dass der jährliche Anstieg nicht mit einem Anstieg der Kerninflation einherging, während Erdölprodukte im Jahresvergleich deutlich teurer wurden.
Den Monatsindex richtig lesen
Der Landesindex der Konsumentenpreise stieg im Oktober um 0.2% und erreichte 101.7 Punkte. Das BFS führte den monatlichen Anstieg teilweise auf höhere Preise für Heizöl, Benzin und Diesel zurück. Diese monatliche Veränderung misst die Entwicklung von September bis Oktober; die Jahresteuerung von 1.5% vergleicht die Preise im Oktober mit jenen vor einem Jahr. Dieser Unterschied ist für die Einordnung der Schlagzeilenzahl wichtig: Beide Messgrössen stiegen, beschreiben aber unterschiedliche Zeiträume. Die SNB betrachtet Preisstabilität als gewährleistet, wenn die Inflation zwischen 0% und 2% liegt. Damit befand sich die Jahresteuerung im Oktober trotz des Anstiegs weiterhin innerhalb dieser Spanne. Im Blick zu behalten sind daher die Jahresteuerung, der Monatsindex und die Kategorien, in denen Preissteigerungen verzeichnet wurden. Im Oktober legte der Gesamtindex leicht zu, Erdölprodukte waren im Jahresvergleich deutlich teurer und die Kerninflation blieb auf dem Stand vom September.