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Swiss Observer

Von der Schweiz geleitete CHEOPS-Mission bis 2029 verlängert

Die Europäische Weltraumorganisation hat die Mission des von der Schweiz geleiteten Weltraumteleskops CHEOPS zum zweiten Mal verlängert, nun bis 2029. Das Teleskop untersucht Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems von einem Kontrollzentrum in Genf aus und hat bereits bedeutende Entdeckungen gemacht, darunter einen Exoplaneten in Rugbyballform.

Von der Schweiz geleitete CHEOPS-Mission bis 2029 verlängert
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz hat sich in der Weltraumforschung soeben einen gewaltigen dreijährigen Erfolg gesichert. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat die CHEOPS-Mission offiziell bis 2029 verlängert. Damit ist es das zweite Mal, dass dieses hochpräzise, von der Schweiz geleitete Teleskop sein ursprünglich festgelegtes Einsatzende überdauert. CHEOPS, ausgeschrieben Characterising Exoplanet Satellite, wurde im Dezember 2019 gestartet und sollte nicht einfach nur im Orbit kreisen. Das Teleskop wurde entwickelt, um den Geheimnissen des Universums auf die Spur zu kommen, und erzielt dabei Erfolge in einem beispiellosen Tempo. Die Verlängerung ist nicht bloss eine bürokratische Formalität, sondern ein deutliches Vertrauensvotum für Schweizer Ingenieurskunst und wissenschaftliche Führung. Während viele Missionen irgendwann an Bedeutung verlieren, bleibt CHEOPS ein wichtiges Instrument der weltweiten astronomischen Forschung. Die Universitäten Bern und Genf bestätigten die Nachricht an diesem Donnerstag. Damit ist klar, dass die Schweiz bis zum Ende des Jahrzehnts eine führende Rolle in der Exoplanetenforschung einnehmen wird. Mit diesem Entscheid reiht sich CHEOPS neben Schwergewichte wie die Teleskope James Webb und Hubble ein, deren Missionen bei dieser jüngsten Verlängerungsrunde der ESA ebenfalls verlängert wurden. Die Schweiz nimmt nicht einfach am Wettlauf ins All teil, sie gibt das Tempo vor.

Rugbyballförmige Welten enthüllen

Ein von CHEOPS entdeckter Planet ist keine Kugel, sondern hat die Form eines Rugbyballs. Die erstaunliche Entdeckung dieses verformten Exoplaneten, der durch starke Gezeitenkräfte in die Länge gezogen wurde, stellte herkömmliche Annahmen zur Planetenentstehung infrage. CHEOPS spürt Planeten nicht nur auf, sondern untersucht sie eingehend. Indem das Teleskop helle Sterne ins Visier nimmt, von denen bekannt ist, dass sie Planetensysteme beherbergen, liefert es so präzise Daten, dass es das leichte «Wackeln» eines Sterns oder eine Abschwächung seines Lichts erfassen kann. Daraus lassen sich Dichte, Atmosphäre und Form eines Planeten ableiten. Ein weiterer Durchbruch gelang beim Stern LHS 1903: CHEOPS entdeckte dort eine Anordnung von Planeten, die gängige Theorien darüber, wie sich Sonnensysteme aufbauen, grundlegend infrage stellt. Das sind keine nebensächlichen Fussnoten in Lehrbüchern, sondern Umwälzungen unseres Verständnisses des Kosmos. Dank seiner Fähigkeit, diese fernen Welten mit höchster Präzision zu charakterisieren, ist das Teleskop unverzichtbar geworden. Bis 2029 erwartet die Wissenschaft weitere Entdeckungen, die bislang als «unmöglich» galten. Die Mission hat ihre ursprünglichen Ziele bereits übertroffen und bewiesen, dass von der Schweiz geleitete Technologie den extremen Bedingungen im Weltraum standhält und zugleich Daten von Weltklasse liefert, die die globale Wissenschaftsgemeinschaft in Atem halten.

Genf steuert die kosmische Erforschung

Das Herzstück der Mission befindet sich in Genf. Dort steuern Schweizer Forschende den täglichen Betrieb eines Satelliten, der 700 Kilometer über der Erde kreist. Die Universität Genf betreibt das Missionskontrollzentrum, einen Hightech-Knotenpunkt, der als Schaltzentrale für die komplexen Manöver von CHEOPS dient. Die Mission ist ein Musterbeispiel für internationale Zusammenarbeit unter Schweizer Führung. Das Teleskop wurde von einem europäischen Konsortium unter der Leitung der Universität Bern und der ESA gebaut, doch der operative Betrieb liegt fest in Schweizer Hand. Diese Führungsrolle reicht weit über ein einzelnes Teleskop hinaus. Die Schweiz ist aktiv an fast allen der zwölf kürzlich verlängerten ESA-Missionen beteiligt, darunter Mars Express und Solar Orbiter. Tatsächlich ist die Rolle der Schweiz so zentral, dass sie für beinahe jedes grosse ESA-Projekt, das derzeit im Einsatz ist, wichtige Technologie oder Personalmanagement bereitstellt. Es geht nicht nur um die Nutzung von Daten, sondern auch darum, dass Schweizer Fachleute und in der Schweiz entwickelte Hardware die ehrgeizigsten Missionen der Menschheitsgeschichte vorantreiben. Von den Kontrollpulten in Genf bis zu den Laboren in Bern beweist das Land, dass es keine riesige Fläche braucht, um an der letzten Grenze Grosses zu bewirken.

Die Schweizer Spitzenstellung im Weltraum sichern

Die Verlängerung bis 2029 stellt sicher, dass die Schweiz auch in den kommenden Jahren zu den führenden Ländern der Weltraumforschung gehört. Sie sichert die Arbeitsplätze von Dutzenden Forschenden und erhält den Wettbewerbsvorsprung des Landes in der globalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Da die ESA diese Verlängerungen mitfinanziert, ist der Nutzen für die Schweizer Steuerzahlenden klar: weltweites Ansehen, technologische Innovation und ein Platz am Tisch, an dem die nächste Generation kosmischer Entdeckungen vorbereitet wird. Die Folgen sind weitreichend. Indem CHEOPS weiter betrieben wird, liefert die Schweiz weiterhin die wichtige Grundlage für künftige Missionen, die eines Tages nach Anzeichen von Leben auf erdähnlichen Planeten suchen werden. Die in den nächsten drei Jahren gesammelten Daten werden Hunderte Dissertationen und Tausende von begutachteten wissenschaftlichen Artikeln ermöglichen und die Universitäten Bern und Genf als weltweit führende Zentren der Astrophysik festigen. Während die globale Weltraumwirtschaft auf einen Wert von einer Billion Dollar zusteuert, schafft die bewährte Erfolgsbilanz der Schweiz mit CHEOPS der heimischen Industrie gute Voraussetzungen, um hochwertige Aufträge zu gewinnen und künftig internationale Konsortien anzuführen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Schweizer Uhren geben auf der Erde den Takt vor, doch Schweizer Teleskope bestimmen Zeit und Raum in der Galaxie.