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Swiss Observer

Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft beendet nach 100 Jahren die UKW-Ära

Historischer Umbruch: Die SRG schaltet an Silvester 850 UKW-Sender ab und vollzieht damit den vollständigen Wechsel zum Digitalradio. Private Sender senden bis 2026 weiterhin über UKW.

Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft beendet nach 100 Jahren die UKW-Ära
AISWI swissinfo.ch

In einem Meilenstein der Schweizer Rundfunkgeschichte hat die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) ihre UKW-Ausstrahlung nach fast einem Jahrhundert offiziell beendet. Pünktlich um 23.59 Uhr an Silvester 2024 schaltete die SRG rund 850 UKW-Sender in der ganzen Schweiz ab und beendete damit eine Ära des analogen Rundfunks. Diese historische Abschaltung markiert einen der bedeutendsten technologischen Umbrüche in der Schweizer Mediengeschichte und schliesst ein Kapitel ab, das mit den ersten regelmässigen Radiosendungen in den 1920er-Jahren begann.

Digitale Transformation

Der Wechsel von UKW zum digitalen Rundfunk ist ein grosser Technologiesprung für das Schweizer Radio. Die SRG hat ihre Infrastruktur gestrafft und die Zahl ihrer Sender von 850 UKW-Sendern auf nur noch 260 Antennen für die DAB+-Ausstrahlung reduziert. Die digitale Technologie bietet zahlreiche Vorteile, darunter eine bessere Klangqualität, eine effizientere Nutzung des Frequenzspektrums und zusätzliche Programminformationen für die Hörerschaft. Der Schritt entspricht der umfassenderen Digitalstrategie der Schweiz und ihrer Ausrichtung als technologisch fortschrittliches Land.

Auswirkungen auf die Hörerschaft

Der Wechsel betrifft die Schweizer Hörerschaft unterschiedlich. Daten des Bundesamts für Kommunikation zeigen, dass Ende 2024 noch 10 % der Bevölkerung ausschliesslich auf UKW-Radio angewiesen waren. SRG-Sender wie SRF 1, SRF 2 Kultur und SRF 3 sind nun nur noch über DAB+ oder Internetradio empfangbar. Private Sender werden bis Ende 2026 weiterhin über UKW senden und damit einen schrittweisen Übergang ermöglichen. Die Nutzung digitaler Alternativen hat zugenommen: 2023 lag der Anteil von DAB+ bei 41 % und jener von Internetradio bei 39 %.

Die Zukunft des Radi rundfunks

Mit dem vollständigen Wechsel zum digitalen Rundfunk gehört die Schweiz in Europa zu den Vorreitern der Modernisierung des Radios. Private Sender haben zwar bis 2026 Zeit, ihre UKW-Ausstrahlung einzustellen, doch die Zukunft des Schweizer Rundfunks ist eindeutig digital. Der Wandel ebnet den Weg für bessere Dienste, darunter eine grössere Signalabdeckung, eine verbesserte Klangqualität und interaktive Funktionen. Zudem entspricht der Schritt den Umweltzielen der Schweiz, da der digitale Rundfunk weniger Energie und Infrastruktur benötigt als die herkömmliche UKW-Ausstrahlung.