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Swiss Observer

Spanische Pharmagruppe plant neuen Produktions- und Forschungsstandort in Neuenburg

Die spanische Pharmagruppe STE Pharmaceuticals plant, eine ehemalige Fabrik in Couvet im Kanton Neuenburg bis 2032 in einen 15'000 Quadratmeter grossen Produktions- und Forschungsstandort umzuwandeln. Das Unternehmen sagt, die Erweiterung solle qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, hat aber noch nicht geschätzt, wie viele.

Spanische Pharmagruppe plant neuen Produktions- und Forschungsstandort in Neuenburg
AISWI swissinfo.ch

Eine ehemalige Pharmafabrik in Couvet soll zu einem 15'000 Quadratmeter grossen Produktions- und Forschungsstandort werden. Die in Barcelona ansässige STE Pharmaceuticals plant, das Gelände von Analytecon umzunutzen. Die neue Anlage soll bis 2032 entstehen. Mit dem Projekt würde sich die katalanische Gruppe mit einer Basis in Neuenburg für Produktion sowie Forschung und Entwicklung etablieren.

STE Pharmaceuticals ist in mehr als 60 Ländern tätig und konzentriert sich auf Nasensprays, Hustensirupe und natürliche Nahrungsergänzungsmittel. Die Schweizer Tochtergesellschaft STE Swiss Pharma sagt, die Erweiterung solle qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Direktor Stefano Ponta sagte dem lokalen Sender RTN, der Standort werde mit moderner Ausrüstung ausgestattet.

Das Vorhaben rückt Couvet im Val-de-Travers in den Mittelpunkt der europäischen Pläne des Unternehmens und bringt ein weiteres internationales Unternehmen in den Pharmasektor des Kantons. Das Arbeitsamt des Kantons Neuenburg begrüsst die Aussicht und bezeichnet die Ansiedlung als möglichen Beitrag zur wirtschaftlichen Vielfalt in der Region und im gesamten Kanton.

Die ehemalige Fabrik umnutzen

Die Umnutzung soll Produktion sowie Forschung und Entwicklung an einem Standort vereinen. STE Pharmaceuticals hat ein Baugesuch für die Umwandlung der ehemaligen Analytecon-Fabrik eingereicht, einschliesslich Abbrucharbeiten. Die öffentliche Auflage läuft bis zum 9. November 2026.

Die geplante Anlage soll 15'000 Quadratmeter umfassen und mit dem ausgestattet werden, was Ponta als «modernste Technologie» bezeichnete. Das Unternehmen will das Projekt bis 2032 abschliessen. Die Verbindung von Produktion sowie Forschung und Entwicklung würde dem Standort zwei Funktionen innerhalb der Unternehmensgruppe geben, statt ihn allein als Produktionsstätte zu nutzen.

Das Gesuch tritt nun in ein lokales Planungsverfahren ein, zu dem auch die öffentliche Auflage gehört. Für Couvet dreht sich das Vorhaben um die Wiederverwendung eines ehemaligen Pharmastandorts für ein neues Industrieprojekt. Die Pläne verbinden zudem die bestehende Pharma-Vergangenheit des Standorts mit der erklärten Absicht von STE Pharmaceuticals, dort Produktions- und Forschungsaktivitäten aufzubauen.

Qualifizierte Arbeitskräfte aufbauen

STE Swiss Pharma bezeichnet qualifizierte Arbeitsplätze als zentrales Ziel der Erweiterung. Ponta sagte RTN, die Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze sei der Zweck der Standorterweiterung. Es sei noch zu früh, um zu beziffern, wie viele Stellen das Projekt schaffen könnte.

Der geplante Betrieb soll Produktion sowie Forschung und Entwicklung vereinen, die Grundlage der vorgesehenen Anlage. Ponta sagte zudem, der Standort werde mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet. Der Fokus des Unternehmens auf Nasensprays, Hustensirupe und natürliche Nahrungsergänzungsmittel gibt einen Hinweis auf die Produktbereiche der Gruppe.

Das kantonale Arbeitsamt Neuenburg begrüsst das Projekt. Matthieu Aubert, der dem Amt vorsteht, sagte, die Ansiedlung internationaler Unternehmen könne die lokale Wirtschaft im Val-de-Travers ebenso wie im gesamten Kanton diversifizieren. Seine Aussagen ordnen die geplanten Arbeitsplätze in einen grösseren regionalen Zusammenhang ein: Der Kanton sieht in der Ansiedlung eine Möglichkeit, seine wirtschaftliche Basis zu verbreitern und zugleich eine etablierte Präsenz der Pharmaindustrie weiterzuentwickeln.

Couvets Pharma-Cluster stärken

In Couvet sind bereits drei weitere Pharmaunternehmen ansässig, sodass STE Pharmaceuticals auf eine bestehende lokale Branche trifft. Aubert sagte, im Dorf herrsche «eine echte wirtschaftliche Dynamik», und bezeichnete einen Pharma-Cluster als vielversprechend, um qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen.

Das kantonale Arbeitsamt betrachtet die geplante Investition als über das Dorf hinaus bedeutsam. Aubert sagte, die erfolgreiche Ansiedlung internationaler Unternehmen könne zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur sowohl im Val-de-Travers als auch im Kanton Neuenburg beitragen. Mit seiner Präsenz in mehr als 60 Ländern würde STE Pharmaceuticals die lokale Unternehmenslandschaft um einen international tätigen Akteur ergänzen.

Der Produktions- und Forschungsstandort des Unternehmens soll bis 2032 entstehen, vorbehaltlich des laufenden Planungsverfahrens. Bei einer Umsetzung würde er ein weiteres Pharmaunternehmen nach Couvet bringen und die bereits dort ansässige Unternehmensgruppe stärken. Das Vorhaben verbindet somit die Umnutzung einer einzelnen Fabrik mit dem erklärten Interesse des Kantons, Unternehmen anzuziehen und auf der bestehenden Pharmaaktivität der Region aufzubauen.