Schweizerische Nationalbank
SNB belässt Schweizer Leitzins trotz globaler Unsicherheit bei 0 %
Die Schweizerische Nationalbank hat ihren Leitzins bei 0 % belassen, da die Inflation weiterhin innerhalb ihres Zielbereichs für Preisstabilität liegt. Der Entscheid fällt in eine Zeit steigender Ölpreise und geldpolitischer Anpassungen durch andere grosse Zentralbanken. Die SNB warnt zugleich, dass Wechselkurs- und Handelsentwicklungen weiterhin Risiken darstellen.

Die SNB hat ihren Leitzins am 24. September 2026 bei 0 % belassen und damit die Schweizer Geldpolitik seit Juni 2025 unverändert gelassen. Mit dem vierteljährlichen Entscheid bleiben die tiefen Zinsen bestehen, die die wirtschaftliche Aktivität unterstützt haben, während die Inflation weiterhin innerhalb des Zielbereichs der Zentralbank für Preisstabilität liegt.
Der Entscheid fällt in eine Zeit geldpolitischer Veränderungen im Ausland. Die US-Notenbank Federal Reserve und die Europäische Zentralbank haben ihre Leitzinsen kürzlich erhöht, während die SNB ihren bisherigen Kurs beibehält. Diese Unterschiede sind für die Schweiz von Bedeutung, denn Zinsdifferenzen können den Franken, Investitionsentscheide und die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft beeinflussen.
Die SNB erklärte, die Inflation habe sich leicht beschleunigt, teilweise aufgrund steigender Ölpreise. Dennoch beurteilte sie den aktuellen geldpolitischen Kurs als angemessen, um die Inflation zwischen 0 % und 2 % zu halten. Der Entscheid signalisiert Haushalten, Unternehmen und Finanzmärkten klar, dass die Zentralbank derzeit keinen ausreichenden inländischen Inflationsdruck sieht, der eine Zinsänderung rechtfertigen würde.
Die Mitteilung rückte auch die Devisenmärkte und den Welthandel deutlich in den Fokus. Beides bleibt für eine eng mit dem internationalen Handel verflochtene Wirtschaft mit erheblichen Risiken verbunden.
Ölpreise setzen den Inflationszielbereich unter Druck
Das Inflationsziel der Schweiz liegt zwischen 0 % und 2 %, und die SNB sagt, dass die aktuelle Geldpolitik das Preiswachstum weiterhin innerhalb dieser Bandbreite hält. In der zugrunde liegenden Mitteilung veröffentlichte die Bank keine neue Inflationszahl, räumte aber eine leichte Beschleunigung der Inflation ein, während die Ölpreise stiegen.
Energiekosten können sich auf verschiedene Weise auf die Wirtschaft auswirken. Höhere Ölpreise können die Transport- und Produktionskosten erhöhen und so Unternehmen und Konsumenten unter Preisdruck setzen. In der Schweiz hängt die Wirkung auch vom Franken und von den Preisen importierter Güter ab. Die SNB verknüpft die Inflation in ihrer Mitteilung deshalb sowohl mit Wechselkursentwicklungen als auch mit den globalen Rohstoffmärkten.
Die Bank beurteilt diese Belastungen im Rahmen der aktuellen Zinspolitik als beherrschbar. Ihr Auftrag räumt der Preisstabilität Priorität ein und anerkennt zugleich, dass die monetären Bedingungen die wirtschaftliche Aktivität unterstützen. Den Zins bei null zu belassen, vermeidet einen neuen Finanzierungsschock zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen und Haushalte bereits die Energiekosten und die internationale Nachfrage im Blick haben.
Die Geldpolitik könnte sich ändern, falls sich die Inflation dauerhaft ausserhalb des Zielbereichs bewegt. Vorerst hat sich die SNB dafür entschieden, die Belastungen zu beobachten, statt ihnen mit einer Zinserhöhung vorzugreifen.
Der Franken birgt das nächste Risiko
Die SNB hält Interventionen am Devisenmarkt weiterhin für möglich. In ihrer Mitteilung erklärte die Zentralbank, sie sei bei Bedarf bereit, einzugreifen, um angemessene monetäre Bedingungen sicherzustellen. Diese Warnung spiegelt die Bedeutung des Frankens für die wirtschaftlichen Aussichten der Schweiz wider.
Wechselkursbewegungen können die importierte Inflation, die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte und die Finanzierungsbedingungen für Schweizer Unternehmen beeinflussen. Ein stärkerer Franken kann die Inlandskosten importierter Güter, einschliesslich Energie, senken, zugleich aber die Bedingungen für Exporteure erschweren, die ihre Waren im Ausland verkaufen. Ein schwächerer Franken kann den Exporteuren helfen, importierte Produkte jedoch verteuern.
Die SNB hob auch das handelspolitische Umfeld als anhaltende Quelle der Unsicherheit hervor. Schweizer Hersteller, Pharmaunternehmen, Maschinenproduzenten und Dienstleister sind auf Märkten tätig, die von der internationalen Nachfrage und grenzüberschreitenden Regeln geprägt werden. Die Zentralbank bezeichnete kein einzelnes Ereignis als ausschlaggebendes Risiko. Stattdessen verwies sie auf das Zusammenspiel ungewisser Handelsentwicklungen und Wechselkursbewegungen.
Indem die SNB die Möglichkeit von Interventionen beibehält, signalisiert sie, dass ihr geldpolitisches Instrumentarium über den Leitzins hinausgeht. Der Wert des Frankens wird ein wichtiger Teil der geldpolitischen Debatte bleiben, während die Zentralbanken weltweit unterschiedliche Wege einschlagen.
Die Schweiz verfolgt ihren eigenen Kurs
Mit dem Zinssatz von 0 % verfolgt die Schweiz einen eigenen geldpolitischen Kurs. Die Federal Reserve und die EZB haben ihre Leitzinsen kürzlich erhöht, doch die SNB sieht keinen unmittelbaren Grund, diesem Schritt zu folgen. Ihr Entscheid spiegelt die Bedingungen in der Schweiz wider: Die Inflation liegt weiterhin innerhalb des von der Bank festgelegten Bereichs, und die aktuelle Geldpolitik unterstützt die wirtschaftliche Aktivität weiterhin.
Für Schweizer Haushalte bleibt das allgemeine Zinsumfeld unverändert. Kreditnehmer müssen nicht unmittelbar mit einem geldpolitisch bedingten Anstieg ihrer Finanzierungskosten rechnen, während Sparer und Anleger weiterhin in einem Tiefzinsumfeld agieren. Die konkreten Auswirkungen hängen von Hypothekarvertrag, Bankprodukt und Marktbedingungen ab. Die Mitteilung der SNB legt daher nicht jeden Zinssatz für Privatkunden in der Schweiz fest.
Für Unternehmen sorgt der unveränderte Kurs für Kontinuität, während sie Energiekosten, Wechselkurse und die Nachfrage aus dem Ausland beurteilen. Exportorientierte Firmen werden den Franken beobachten, während Unternehmen, die auf importierte Vorleistungen angewiesen sind, die Öl- und andere Rohstoffpreise im Auge behalten.
Die nächste Phase hängt von den Daten und den Entwicklungen ausserhalb der Schweizer Grenzen ab. Die SNB hat sich Handlungsspielraum bewahrt, einschliesslich möglicher Devisenmarktinterventionen, und gleichzeitig klargemacht, dass die Handelspolitik und Wechselkursbewegungen weiterhin zentrale Unsicherheitsfaktoren sind.