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Swiss Observer

Roger Federer verliert nach Kurseinbruch bei On Running den Milliardärsstatus

Die Schweizer Tennislegende Roger Federer ist laut dem Magazin Forbes kein Milliardär mehr. Sein Vermögen sank auf geschätzte 949 Millionen US-Dollar, nachdem der Aktienkurs der Schweizer Schuhmarke On, an der er seit 2019 als Investor und Partner beteiligt ist, deutlich eingebrochen war.

Roger Federer verliert nach Kurseinbruch bei On Running den Milliardärsstatus
AISWI swissinfo.ch

Ein Verlust von sage und schreibe 51 Millionen US-Dollar hat Roger Federer den Titel als Milliardär gekostet. Der Schweizer Maestro, der erst vor einem Jahr, 2025, dem exklusiven Kreis der Milliardäre beigetreten war, muss sich nun mit einem neu geschätzten Vermögen von 949 Millionen US-Dollar begnügen. Der finanzielle Einschnitt ereignete sich nicht auf den Rasenplätzen von Wimbledon, sondern auf dem Parkett der New Yorker Börse. Federer bleibt zwar einer der reichsten Sportler der Geschichte, doch der psychologische Schlag, den Status als «Milliardär» zu verlieren, hallt in der globalen Sportwelt nach. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie volatil unternehmerische Engagements von Prominenten sind, bei denen der Wert der persönlichen Marke untrennbar mit der Marktentwicklung verbunden ist. Für einen Mann, der zwei Jahrzehnte lang Präzision verkörperte, ist diese plötzliche Bewertung auf 949 Millionen US-Dollar eine deutliche Erinnerung daran, dass selbst die sorgfältigsten Portfolios den Kräften der Weltwirtschaft ausgesetzt sind. Der Absturz ist schnell, entschieden und für alle sichtbar.

On Running gerät auf der globalen Bühne ins Stolpern

Die Aktien der On Holding AG brachen an einem einzigen Dienstag um schmerzhafte 19 Prozent ein und sorgten in Zürich wie an der Wall Street für Aufsehen. Der Auslöser? Ein Quartalsbericht, der zwar ein deutliches Umsatzwachstum auswies, die von erwartungsvollen Anlegern gesetzten, hohen Hürden aber nicht überspringen konnte. Federer, der zwischen 2,5 und 3 Prozent an dem Schuhkonzern hält, musste zusehen, wie sein rechnerisches Vermögen mit dem sinkenden Aktienkurs dahinschmolz. Seit seinem Einstieg als Investor und Partner im Jahr 2019 ist Federer das Aushängeschild des kometenhaften Aufstiegs der Marke und hat aus einem Schweizer Laufschuh für eine Nische eine globale Modemarke gemacht. Doch der Markt urteilt gnadenlos: Selbst der «Federer-Effekt» kann ein Unternehmen nicht vor dem Druck verfehlter Erwartungen schützen. Der Einbruch um 19 Prozent ist mehr als nur eine Zahl. Er stellt die Widerstandsfähigkeit der Marke in einem Marktumfeld auf die Probe, in dem der Hype seinen Höhepunkt überschritten hat. Während das Unternehmen mit diesen Ergebnissen ringt, bleibt die Frage, ob es sich um eine vorübergehende Korrektur oder eine längerfristige Abkühlung des On-Phänomens handelt.

Diversifiziertes Imperium trotzt der Marktvolatilität

Federers finanzielles Bollwerk beruht auf weit mehr als nur Turnschuhen, doch selbst ein legendäres Portfolio hat seine Grenzen. Zu den 130 Millionen US-Dollar an Preisgeld aus seiner Karriere, einer in der Tennisgeschichte weiterhin massgebenden Summe, kommen erstklassige Partnerschaften mit Rolex, Lindt, Mercedes-Benz und Uniqlo hinzu. Diese langjährigen Verträge bilden ein enormes, stabiles Fundament passiver Einnahmen, von dem die meisten Sportler nur träumen können. Im Gegensatz zu den volatilen Technologie- und Einzelhandelsbranchen wirken diese Luxuspartnerschaften stabilisierend. Doch wegen des grossen Umfangs seiner On-Beteiligung schlägt ein Kursrückgang der Schuhmarke direkt auf sein Vermögen durch. Der jüngste Einbruch zeigt die Risiken hoher Beteiligungen an einzelnen Unternehmen, selbst für eine globale Ikone. Seine Bewertung von 949 Millionen US-Dollar liegt zwar weiterhin in den höchsten Sphären des weltweiten Reichtums, doch der Wechsel vom Milliardär zurück zum Multimillionär ist eine Mahnung für die neue Generation von Sportler-Unternehmern, die ihren Einsatz gegen Unternehmensanteile tauschen.

Schweizer Identität jenseits der Bilanz

Die Schweiz verfolgt das Vermögen ihres Lieblingssohns mit einer Mischung aus Sorge und der für sie typischen Gelassenheit. Für die Schweizer Öffentlichkeit ist Federer mehr als nur ein Vermögenswert, er ist ein Nationalheiligtum. Doch das Label «Made in Switzerland», das On mit so viel Stolz trägt, steht nun unter genauer Beobachtung. Während die Marke durch diese finanziellen Turbulenzen navigiert, steht auch der Ruf der Schweizer Wirtschaft auf dem Spiel. Federers Weg von den Tennisplätzen in Basel in die Verwaltungszimmer von New York war Anlass zu immensem Nationalstolz, und der Verlust seines Milliardärsstatus dürfte seinen Glanz in der Heimat kaum schmälern. In nächster Zeit richtet sich der Blick darauf, ob On innovativ sein und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen kann. Für Federer ist der Weg zurück zur Milliardengrenze klar: Er verlangt denselben Kampfgeist und dieselben strategischen Anpassungen, die ihm 20 Grand-Slam-Titel einbrachten. Der Rasenkönig hat in der Finanzarena vielleicht einen Satz verloren, doch das Match ist noch lange nicht vorbei. Die Schweiz und die Welt werden das nächste Quartal genau verfolgen.