Graubünden
Verdächtige Person nach tödlichem Wohnungsbrand im Kanton Graubünden in Haft
Im Zusammenhang mit dem Wohnungsbrand, bei dem vier ausländische Staatsangehörige im Kanton Graubünden ums Leben kamen, wurde eine verdächtige Person festgenommen. Der Fall ist als laufende Gerichts- und Sicherheitsgeschichte zu behandeln. Dabei ist sorgfältig zwischen bestätigten Fakten, dem Stand der Ermittlungen und den Umständen der Opfer zu unterscheiden.

Vier Menschen starben und sechs wurden verletzt, als am 21. August in Thusis im Kanton Graubünden ein Gebäude mit einem Restaurant und Wohnungen in Brand geriet. Die Behörden haben nun eine Person festgenommen. Die Strafuntersuchung tritt damit in eine formelle, gerichtlich überwachte Phase ein.
Die Staatsanwaltschaft Graubünden teilte mit, dass das Zwangsmassnahmengericht am 26. August die Untersuchungshaft für die verdächtige Person angeordnet habe. Die Polizei beschrieb die Untersuchung als gegen eine Person gerichtet, nannte aber weder deren Identität noch die ihr vorgeworfene Handlung.
Die Festnahme ist eine bedeutende Entwicklung in einem Fall, der im ganzen Kanton Aufmerksamkeit erregt hat. Das Gebäude wurde schwer beschädigt. In den Stunden nach dem Brand teilte die Kantonspolizei Graubünden mit, das Gebäude sei vollständig ausgebrannt und das Treppenhaus eingestürzt. Diese Angaben verdeutlichen das Ausmass des Notfalls und die Schwierigkeiten, zu den Menschen im Innern vorzudringen.
Die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass mehrere Tatbestände der fahrlässigen Tötung und mehrere Tatbestände der fahrlässigen Körperverletzung geprüft werden. Dabei handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt um Überlegungen im Rahmen der Ermittlungen, nicht um Verurteilungen. Für die verdächtige Person gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, während die Behörden untersuchen, wie das Feuer ausbrach und sich ausbreitete.
Ermittler halten sich zur Brandursache bedeckt
Die Behörden haben die Brandursache nicht bekannt gegeben. Sie bleibt die zentrale ungeklärte Frage, während die Staatsanwaltschaft Graubünden ihre Strafuntersuchung fortsetzt.
In ihrer jüngsten Mitteilung erklärte die Staatsanwaltschaft, sie könne keine weiteren Angaben dazu machen, wie das Feuer ausgebrochen sei. Auch die Polizei hat keine Einzelheiten zur Identität der verdächtigen Person, zu deren Beziehung zum Gebäude oder zu den Beweisen veröffentlicht, die zur Festnahme führten. Solche Informationslücken sind bei laufenden Ermittlungen zu erwarten, insbesondere solange das Gericht die Gründe für die Untersuchungshaft prüft.
Bei den von der Polizei beschriebenen mutmasslichen Straftaten steht Fahrlässigkeit im Zentrum. Die Ermittler müssen das Gebäude, die Elektro- und Heizungsanlagen, mögliche Brandherde, Sicherheitsvorkehrungen, Zeugenaussagen und den zeitlichen Ablauf des Rettungseinsatzes untersuchen. Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, welche dieser Bereiche im Fokus stehen. Eine Schlussfolgerung zur Verantwortlichkeit wurde nicht bekannt gegeben.
Ein Haftbefehl klärt den Fall nicht. Er ermöglicht die Weiterführung der Untersuchung, während die verdächtige Person in Haft bleibt und die Staatsanwaltschaft Beweise sammelt und prüft, ob Anklage erhoben werden soll. Eine allfällige Anklage müsste weiterhin vor Gericht geprüft werden. Bis dahin zeigen die verfügbaren Fakten einen schweren Verlust an Menschenleben und eine Untersuchung, bei der die zentrale Frage nach der Brandursache offenbleibt.
Staatsanwaltschaft identifiziert die vier Todesopfer
Die vier Todesopfer stammten aus Portugal, Rumänien und Bulgarien. Die Staatsanwaltschaft identifizierte sie als eine 32-jährige Portugiesin, zwei Rumänen im Alter von 35 und 44 Jahren sowie einen 57-jährigen Bulgaren.
Ihre Nationalitäten und ihr Alter sind die ersten öffentlich bekannt gegebenen Angaben zu den Opfern. Die Informationen machen aus der Zahl der Todesopfer vier einzelne Schicksale und spiegeln zugleich die internationale Bevölkerung wider, die in Schweizer Orten wie Thusis lebt und arbeitet. Im Gebäude befanden sich ein Restaurant und Wohnungen. Die Behörden haben jedoch nicht mitgeteilt, ob die Opfer im Restaurant arbeiteten, in den Wohnungen lebten oder wo sie sich befanden, als sich das Feuer ausbreitete.
Laut Mitteilung der Behörden wurden sechs weitere Personen verletzt. Angaben zu ihrem Zustand, ihrer Identität und den genauen Umständen ihrer Rettung wurden in den verfügbaren Informationen nicht veröffentlicht.
Die Behörden haben auch die Namen der Todesopfer nicht bekannt gegeben. Dies könnte von den Benachrichtigungsverfahren und der Koordination mit Angehörigen und Konsularbehörden abhängen. In den verfügbaren Berichten werden die Regierungen Portugals, Rumäniens und Bulgariens nicht erwähnt. Weitere Angaben zu den Opfern, den Verletzten und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Gebäudes hängen von den Entscheidungen der Staatsanwaltschaft und der betroffenen Familien ab.
Die nächsten Schritte hängen von den Beweisen ab, nicht von Schlagzeilen
Das eingestürzte Treppenhaus machte aus dem Gebäudebrand einen komplexen Rettungs- und Ermittlungsort. Die Kantonspolizei Graubünden berichtete, dass das Gebäude nach dem Brand am 21. August vollständig ausgebrannt war. Die Ermittler müssen damit in einem Gebäude arbeiten, in dem der Zugang und die Sicherung von Beweisen schwierig sein könnten.
Das Feuer betraf ein gemischt genutztes Gebäude mit einem Restaurant und Wohnungen unter demselben Dach. Diese Bauweise ist in vielen Schweizer Gemeinden verbreitet, wo sich Geschäftsräume im Erdgeschoss und Wohnungen darüber befinden. Für die Ermittler bedeutet dies auch, mögliche Wege durch das Gebäude zu rekonstruieren, festzustellen, wer sich darin aufhielt, und zu klären, wie Bewohnerinnen, Bewohner und andere Personen reagierten, als sich die Lage verschlechterte.
Die jüngste offizielle Mitteilung enthält keine Angaben zu Alarmanlagen, Fluchtwegen, Gebäudeinspektionen oder Löscharbeiten. Schlussfolgerungen über die Einhaltung von Vorschriften oder allfällige Versäumnisse wären verfrüht, bevor die Behörden ihre Untersuchungen abgeschlossen haben. Die gemeldeten sechs Verletzten zeigen, dass der Vorfall mehr Menschen betraf als die vier Todesopfer. Die Behörden haben den Schweregrad der Verletzungen jedoch nicht beschrieben.
Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft, der Polizei und dem Zwangsmassnahmengericht. Zu den nächsten öffentlichen Entwicklungen dürften Klarstellungen zu den mutmasslichen Handlungen, zur Brandursache und zur Frage gehören, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt. Ein Zeitplan wurde nicht bekannt gegeben.