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Swiss Observer

Frostiges Wetter zwingt SWISS zu Dutzenden Flugannullierungen in Europa

Schwere winterliche Wetterbedingungen in ganz Europa haben dazu geführt, dass Swiss International Air Lines seit Jahresbeginn 57 Flüge gestrichen hat. Davon sind mehr als 7400 Passagiere betroffen. Die Fluggesellschaft rechnet mit weiteren Annullierungen. Besonders stark betroffen sind wichtige Verbindungen nach Amsterdam, Berlin und Frankfurt.

Frostiges Wetter zwingt SWISS zu Dutzenden Flugannullierungen in Europa
AISWI swissinfo.ch

Schwere Winterwetterbedingungen haben den europäischen Flugverkehr ausgebremst und 7430 Passagiere stranden lassen. Swiss International Air Lines (SWISS) kämpft derzeit mit einem logistischen Albtraum: Seit Jahresbeginn musste die Fluggesellschaft 57 Flüge am Boden lassen. Die Lufthansa-Tochter bestätigte am Donnerstag, dass die Lage kritisch sei. Der eisige Griff des Winters lasse nicht erkennen, dass er den europäischen Luftraum in nächster Zeit freigeben werde.

Die Störungen sind nicht bloss eine kleine Unannehmlichkeit, sondern ein erheblicher operativer Rückschlag. Während Schnee und Minustemperaturen über die Region ziehen, musste die Fluggesellschaft schwierige Entscheidungen treffen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Tausende Reisende suchen deshalb nach Alternativen. Die hohe Zahl der Annullierungen allein in der ersten Woche des Jahres 2026 zeigt, wie schwer die Wetterbedingungen sind, mit denen die Fluggesellschaft konfrontiert ist. Da das Wetter wechselhaft bleibt, hat SWISS eine deutliche Warnung ausgesprochen: Weitere Turbulenzen sind zu erwarten. Die Fluggesellschaft rechnet damit, dass weitere Annullierungen in den kommenden Tagen unvermeidbar sein werden. Für Reisende, die nach den Feiertagen unterwegs sind, führt dies zu weiteren Verspätungen und Frustration.

Wichtige europäische Verbindungen unterbrochen

Obwohl die Kälte weite Teile der Region erfasst hat, ist die Verbindung nach Amsterdam besonders stark beeinträchtigt. Seit Neujahr wurden 42 Flüge in die niederländische Hauptstadt aus dem Flugplan gestrichen. Damit ist diese Strecke im gesamten Streckennetz am stärksten betroffen. Für Geschäftsreisende und Touristinnen und Touristen bedeutet dies, dass ein verlässlicher Betrieb auf einer der meistbeflogenen Strecken Europas beinahe vollständig zum Erliegen gekommen ist.

Die Auswirkungen greifen rasch auf weitere Länder über. SWISS hat bestätigt, dass das Chaos das Wochenende andauern wird: Zwischen Donnerstag und Samstag wurden bereits weitere 21 Flüge gestrichen. Diese vorsorglichen Annullierungen unterbrechen wichtige Verbindungen zu grossen Drehkreuzen wie Berlin, Frankfurt und Luxemburg. Allein diese Welle von Störungen am Wochenende betrifft weitere 1390 Reisende und verschärft die Lage. Dass die Fluggesellschaft diese stark frequentierten Strecken nicht bedienen kann, unterstreicht die Wucht des Wettersystems, das Nord- und Mitteleuropa heimsucht. Passagiere mit Tickets für diese Reiseziele sehen sich nun mit einer von Unsicherheit und erheblichen Verspätungen geprägten Reisesituation konfrontiert.

Krisenstab für den Flugbetrieb aktiviert

SWISS arbeitet derzeit im Krisenmodus. Die Fluggesellschaft hat zusätzliches Personal eingesetzt, um die «deutlich erhöhte Arbeitsbelastung» durch die massenhafte Umbuchung von Passagieren und die logistische Neuplanung zu bewältigen. Jede Entscheidung ist nun ein Wettlauf gegen die Elemente. «Wir stehen in engem Kontakt mit MeteoSchweiz und beobachten jeden einzelnen Tag sowie jedes Reiseziel genau», erklärte die Fluggesellschaft und betonte, dass sie die Lage besonders aufmerksam verfolge.

Die Situation bleibt dynamisch und gefährlich. Die Fluggesellschaft strebt zwar nach Planbarkeit, doch wegen der wechselnden Sturmfronten sind kurzfristige Annullierungen weiterhin eine ständige Gefahr. SWISS versucht, die Folgen abzufedern, indem sie Flüge so früh wie möglich annulliert, um die Unannehmlichkeiten für Passagiere gering zu halten. In der Realität herrscht jedoch hektische Betriebsamkeit. Die Fluggesellschaft räumt ein, dass noch unklar sei, welche Flughäfen als Nächstes von der Kälte betroffen sein werden. Der Betrieb bleibt damit in einem fragilen Gleichgewicht. Die Lage stellt die Widerstandsfähigkeit der Fluggesellschaft auf die Probe und erfordert eine ständige Koordination zwischen Wetterfachleuten und Flugbetriebsteams, um den verbleibenden Flugplan aufrechtzuerhalten.

Die Kälte hält an

Das Flugverkehrschaos ist eine direkte Folge eines heftigen Kälteeinbruchs, der die Schweiz frösteln lässt. Das Land erlebt derzeit die härtesten Bedingungen der Saison. In den tiefen Lagen sank das Thermometer in der Nacht auf Dienstag auf eisige -10 °C, die bisher kälteste Nacht des Winters. Dieser «Dreikönigs-Kälteeinbruch» hat nicht nur Windschutzscheiben vereisen lassen, sondern auch die empfindliche Infrastruktur beeinträchtigt, die für den modernen Flugverkehr nötig ist.

Während der Boden gefriert und der Bedarf an Enteisungen stark zunimmt, ist die Fähigkeit der Flughäfen, das normale Verkehrsaufkommen zu bewältigen, erheblich eingeschränkt. Die extrem tiefen Temperaturen zu Wochenbeginn waren ein Vorbote des logistischen Zusammenbruchs, der sich nun abzeichnet. Da eine baldige Erwärmung nicht in Sicht ist, bleibt die Luftfahrtbranche den Elementen ausgeliefert. Für SWISS und ihre Passagiere bedeuten die kommenden Tage einen anhaltenden Kampf gegen eines der folgenschwersten Winterwetterereignisse der jüngeren Vergangenheit.