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Swiss Observer

Biometrische EU-Grenzkontrollen könnten für Reisende aus der Schweiz längere Warteschlangen bedeuten

Das Einreise-/Ausreisesystem der EU geht zur vollständigen Durchsetzung biometrischer Kontrollen über. Dadurch könnten an den Schweizer Grenzen zu den benachbarten EU-Ländern längere Warteschlangen entstehen. Die Änderung ist besonders relevant für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, Pendlerinnen und Pendler sowie Reisende.

Biometrische EU-Grenzkontrollen könnten für Reisende aus der Schweiz längere Warteschlangen bedeuten
AIThe Local Switzerland

Der 7. September 2026 markierte einen wichtigen Wendepunkt bei den biometrischen Kontrollen an den Grenzen Europas. Das Einreise-/Ausreisesystem der EU, bekannt als EES, ging nach dem Ende der Flexibilitätsphase zur vollständigen Durchsetzung über, wie The Local berichtet. Die Änderung könnte sich darauf auswirken, wie schnell sich manche Reisende durch die Grenzkontrollen bewegen, insbesondere in stark frequentierten Reisezeiten.

Für Menschen, die in der Schweiz leben, betrifft das Thema nicht nur Flughäfen. Schweizer Einwohnerinnen und Einwohner reisen regelmässig für die Arbeit, zum Einkaufen, für Familienbesuche und in den Ferien nach Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich. Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Pendlerinnen und Pendler achten genau auf die Reisezeiten, denn selbst kleine Verzögerungen können Schichtpläne, den Schulweg und Zuganschlüsse durcheinanderbringen.

Die praktischen Auswirkungen hängen vom Grenzübergang und vom Status der reisenden Person ab. Die Schweiz gehört zum Schengen-Raum, während Schweizer Staatsangehörige und andere Staatsangehörige der EU oder des EWR nach den europäischen Grenzregeln grundsätzlich anders behandelt werden als Drittstaatsangehörige. Das EES ist deshalb besonders für Nicht-EU-Staatsangehörige relevant, die über die Schengen-Aussengrenzen reisen, darunter auch Personen, die in der Schweiz leben und eine andere Staatsangehörigkeit besitzen. Aus dem Bericht von The Local geht nicht hervor, dass bei jeder gewöhnlichen Reise zwischen der Schweiz und einem benachbarten EU-Land dieselben Kontrollen stattfinden werden.

Klar ist, dass das System in eine anspruchsvollere Phase eingetreten ist. Reisende werden darauf achten, ob es bei den Grenzbehörden zu längeren Bearbeitungszeiten kommt.

Mit längeren Bearbeitungszeiten rechnen

Das Ende der Flexibilitätsphase setzt Grenzpersonal und Reisende unter Druck, das System konsequent zu nutzen. Das EES erfasst die Ein- und Ausreisen berechtigter Nicht-EU-Staatsangehöriger, die über die Aussengrenzen des Schengen-Raums reisen. Zum Verfahren gehört die biometrische Registrierung, die länger dauern kann als eine herkömmliche Passkontrolle, insbesondere wenn eine reisende Person das System zum ersten Mal nutzt oder technische Unterstützung erforderlich ist.

The Local berichtete von Befürchtungen, dass die Warteschlangen im September länger werden und langsamer vorankommen könnten. Diese Warnung ist für Reisende aus der Schweiz relevant, die von grossen Flughäfen abfliegen, internationale Züge nehmen oder durch Nachbarländer zu einer Schengen-Aussengrenze weiterreisen. Der Flughafen Genf, der Flughafen Zürich und der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg befördern zahlreiche Passagiere mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten und Reisedokumenten. Die Quelle enthält jedoch keine Prognosen zu einzelnen Flughäfen.

Die Auswirkungen des Systems hängen auch von der Personalbesetzung, der Ausrüstung und der Zahl der gleichzeitig eintreffenden Passagiere ab. Ein reibungsloser Ablauf an einem ruhigen Morgen kann an einem Ferienwochenende oder bei einem gestörten Zugverkehr ganz anders aussehen. Reisende sollten zusätzliche Zeit einplanen, wenn EES-Kontrollen anstehen, und sich vor der Abreise bei ihrem Transportunternehmen, dem Flughafen oder der zuständigen Grenzbehörde über die aktuellen Hinweise informieren.

Der Übergang ist praktischer und nicht theoretischer Natur. Jeder zusätzliche Registrierungsschritt kann die Warteschlange dahinter beeinflussen.

Vielfach Reisende prüfen das System

Wiederholt reisende Personen fragen sich bereits, ob spätere Grenzübertritte schneller gehen werden. In Kommentaren zum Bericht von The Local schrieb Peter Devenish, er sei seit Beginn des Systems mehrmals nach Spanien ein- und ausgereist und habe jedes Mal das vollständige Registrierungsverfahren durchlaufen müssen. Seine Erfahrung verweist auf eine praktische Sorge von Menschen, die davon ausgehen, dass die erstmalige Registrierung den Zeitaufwand bei späteren Grenzübertritten verringert.

Devenish schrieb: «Ich bin seit Einführung des Systems zahlreiche Male nach Spanien ein- und ausgereist und muss jedes Mal das vollständige Registrierungsverfahren durchlaufen.» Der Kommentar belegt nicht, wie das System an jedem Grenzübergang funktioniert, bringt aber die Unsicherheit zum Ausdruck, mit der regelmässig Reisende konfrontiert sind.

Für Menschen, die in der Schweiz leben, kann diese Unsicherheit die Reiseplanung direkt beeinflussen. Eine Person, die von Lausanne nach Barcelona, von Basel über Frankreich nach London oder vom Tessin nach Italien reist, kann mehrere Verkehrsknotenpunkte mit unterschiedlichen Verfahren passieren. Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Route und Lage der Schengen-Aussengrenze spielen dabei eine Rolle.

Reisende sollten gültige Dokumente mitführen, die Anweisungen der Grenzbeamtinnen und Grenzbeamten befolgen und nicht davon ausgehen, dass eine frühere Registrierung automatisch alle späteren Schritte überflüssig macht. Aktuelle Hinweise sind verlässlicher als informelle Erwartungen, die unter Passagieren geteilt werden.

Den Arbeitsweg absichern

Die Grenzregionen der Schweiz werden die Auswirkungen besonders deutlich spüren, wenn Verzögerungen mit den täglichen Pendlerzeiten zusammenfallen. Die Region Genf ist eng mit Frankreich verbunden, Basel ist auf den Verkehr über mehrere nahe gelegene Grenzen angewiesen, und das Tessin unterhält enge wirtschaftliche und familiäre Beziehungen zur italienischen Nachbarregion. Diese Regionen planen bereits mit Blick auf den Verkehr, die Fahrpläne und die Zollformalitäten. Jede zusätzliche Wartezeit an einem relevanten Kontrollpunkt kann Beschäftigte und Arbeitgeber unter Druck setzen.

Das EES bedeutet nicht, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz bei jeder Einreise nach Frankreich, Deutschland, Italien oder Österreich biometrisch kontrolliert werden. Die Schengen-Mitgliedschaft der Schweiz und die Unterscheidung zwischen den Schengen-Binnengrenzen und den Schengen-Aussengrenzen bleiben wichtig. Unmittelbar stärker betroffen sind berechtigte Nicht-EU-Staatsangehörige sowie Reisende, deren Route über eine Schengen-Aussengrenze führt. Diese Unterscheidung sollte den Hinweisen von Arbeitgebern, Fluggesellschaften und Transportunternehmen zugrunde liegen.

In der Quelle werden keine Behörden zitiert, die eine spezifische Schätzung der Wartezeiten für die Schweiz abgeben. Der Bericht enthält auch keine verifizierten Daten, die Verzögerungen an den Grenzübergängen bei Genf, Basel, Zürich oder im Tessin vergleichen. Reisende sollten allgemeine Warnungen daher als Anlass nehmen, sorgfältig zu planen, und nicht als Vorhersage für jeden Grenzübergang verstehen.

Für Pendlerinnen und Pendler ist eine praktische Reaktion sinnvoll: Routenmeldungen prüfen, bei Anschlüssen zusätzliche Zeit einplanen und die Arbeitgeber fragen, ob während der Umstellung flexible Arbeitsbeginnzeiten möglich sind.

Den nächsten Grenzübertritt sorgfältig planen

Die nächste Bewährungsprobe steht an, wenn das System nach dem 7. September auf das tatsächliche Reiseaufkommen trifft. The Local veröffentlichte seinen Bericht am 4. September und aktualisierte ihn am 7. September, als die Flexibilitätsphase endete. Damit liegt der Fokus auf der Umsetzung und nicht auf politischen Ankündigungen. Flughäfen, Bahnunternehmen und Grenzbehörden müssen zeigen, ob die biometrischen Kontrollen das übliche Passagieraufkommen bewältigen können, ohne vermeidbare Engpässe zu schaffen.

Reisende aus der Schweiz sollten die Informationen des Flughafens oder Bahnunternehmens verfolgen, das sie nutzen, insbesondere wenn sie mit Familienmitgliedern reisen, die unterschiedliche Staatsangehörigkeiten besitzen. Ein Schweizer Pass, eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung und ein Pass eines Drittstaats führen nicht unbedingt zum gleichen Grenzverfahren. Die richtigen Dokumente mitzuführen und frühzeitig einzutreffen, kann verhindern, dass eine Verzögerung zu einem verpassten Anschluss führt. Eine schnellere Kontrolle ist dadurch jedoch nicht garantiert.

Die Quelle enthält weder einen offiziellen Zeitplan dafür, wann sich die Warteschlangen normalisieren werden, noch eine länderspezifische Bewertung der EES-Leistung. Zudem werden darin lediglich vier Leserkommentare erfasst. Einzelne Erfahrungen sollten deshalb nicht als landesweiter Trend betrachtet werden. Weitere Erkenntnisse müssen von Transportunternehmen, Grenzbehörden und Reisenden auf unterschiedlichen Routen kommen.

Für alle, die aus der Schweiz über die Grenze reisen, ist die Botschaft vorerst einfach: Rechnen Sie mit veränderlichen Verfahren, prüfen Sie die Regeln für Ihre Route und planen Sie mehr Zeit ein, wenn biometrische Kontrollen anstehen.