Davos
Davos lehnt vor dem WEF 21 temporäre Bauprojekte ab
Davos hat 21 temporäre Bauprojekte abgelehnt, die für das Jahrestreffen des World Economic Forum 2027 geplant waren. Die Gemeinde hat eine Obergrenze von 125 bewilligten Projekten eingeführt, nachdem 190 Gesuche eingegangen waren.

Davos hat für das Jahrestreffen des World Economic Forum 2027 125 temporäre Projekte bewilligt und 21 weitere abgelehnt. Der Entscheid setzt der Bautätigkeit, die das jährliche Treffen im Bündner Ferienort begleitet, eine klare Grenze.
Die Gemeinde erhielt 190 Baugesuche. Der Kleine Landrat prüfte 146 Projekte und kam zum Schluss, dass 21 die Anforderungen nicht erfüllten. Die übrigen 125 erhielten eine Baubewilligung, vorbehaltlich des Kontingents, das für das Treffen 2027 erstmals eingeführt wurde.
Der Entscheid verschafft dem Ort eine klar definierte Liste von Projekten, die umgesetzt werden können, während Organisatoren, Unternehmen, Medienorganisationen und weitere Teilnehmende sich auf das WEF vorbereiten. Temporäre Pavillons, Sitzungsräume und Anpassungen an bestehenden Räumlichkeiten gehören regelmässig zum baulichen Erscheinungsbild der Veranstaltung.
Davos veröffentlichte den Entscheid am 15. Oktober 2026. Die Gemeinde begründet die Obergrenze mit den praktischen Grenzen der Bewältigung einer kurzen, stark konzentrierten Aktivitätsphase. Sie sagt, das Volumen der temporären Bauten sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und erhöhe den Druck auf Verkehr, Unterkunft, Personal und Sicherheitskontrollen.
Verantwortliche bewerten Projekte nach Bedarf und Verhalten
21 Projekte erhalten keine Baubewilligung, weil sie die Anforderungen von Davos nicht erfüllen. Der Kleine Landrat bewertete die Gesuche anhand eines Punktesystems, das Projekte unter der neuen Obergrenze einheitlich einstufen soll.
In der ersten Stufe prüften die Verantwortlichen, ob jedes Gesuch vollständig war, wer das Projekt nutzen würde und wann das Gesuch eingereicht worden war. Projekte, für die in früheren Jahren wegen Fehlverhaltens Bussen verhängt worden waren, erhielten Strafpunkte. Das Verfahren berücksichtigte somit sowohl die Qualität des aktuellen Gesuchs als auch die Vorgeschichte der Gesuchstellenden bei früheren WEF-Treffen.
Bei Gleichstand leitete Davos eine zweite Beurteilung ein. Die Verantwortlichen berücksichtigten Nachhaltigkeit und Innovation, die Nutzung öffentlichen Bodens sowie den Flächenbedarf für Gäste. Falls auch die zweite Stufe kein eindeutiges Ergebnis ergab, entschied ein Losentscheid.
Die Gemeinde hat die abgelehnten Projekte in der vorliegenden Mitteilung nicht einzeln bezeichnet. Sie erklärte, dass die 21 Gesuche die Anforderungen nicht erfüllten. Damit bleiben 125 bewilligte Projekte, entsprechend dem von der Gemeinde für das Treffen 2027 festgelegten Kontingent.
Davos begründet die Obergrenze mit Verkehrs- und Wohnungsdruck
Davos sagt, die Obergrenze reagiere auf einen Druck, der über die Baustellen hinausgeht. Temporäre Bauten bringen zusätzliche Gäste in den Ferienort und erfordern Personal für ihren Betrieb, so die Gemeinde.
Die Gemeinde warnte im April, die zusätzliche Aktivität erhöhe den Strassenverkehr und belaste einen ohnehin von Zimmermangel geprägten Unterkunftsmarkt weiter. Während des WEF-Treffens steigt die Nachfrage nach Hotelzimmern, Mietwohnungen und Personalunterkünften stark an. Die Gemeinde stellt das Kontingent als Möglichkeit dar, die betrieblichen Anforderungen der Veranstaltung in einem bewältigbaren Rahmen zu halten.
Auch Sicherheitskontrollen beeinflussten den Entscheid. Davos erklärte, dass Brandschutz und andere systematische Kontrollen Personalressourcen erforderten und die Verantwortlichen während der kurzen Vorbereitungszeit nicht unbegrenzt viele Projekte mit der nötigen Sorgfalt prüfen könnten. In der Mitteilung werden die Verwaltungskapazitäten neben Verkehr und Unterkunft als Begrenzung für die temporäre Ausweitung des Treffens genannt.
Die Obergrenze gilt für das Jahrestreffen 2027. Aus der vorliegenden Mitteilung geht nicht hervor, ob sie in den folgenden Jahren unverändert bleiben wird. Vorerst haben Organisatoren und Gesuchstellende bei der Planung von Veranstaltungsorten, Personal und Logistik eine klarere Vorgabe. Die permanente Infrastruktur des Ortes muss jedes Jahr im Winter eine globale Veranstaltung bewältigen.
Neue Planungsregel prägt das künftige Wachstum des WEF
Das Treffen 2027 findet mit 125 bewilligten temporären Projekten und erstmals mit einer formellen Obergrenze von Davos statt. Der Entscheid ergänzt die umfassenderen Vorkehrungen, die das WEF in der Schweiz ermöglichen, um einen lokalen Planungsrahmen.
Der Ferienort hat während des Jahrestreffens eine wachsende Vielfalt temporärer Veranstaltungsorte und umgenutzter bestehender Räumlichkeiten beherbergt. Diese Flexibilität hat dazu beigetragen, Teilnehmende, Unternehmen und Medienorganisationen unterzubringen, doch jedes zusätzliche Projekt bedeutet auch mehr Arbeit für die Gemeindedienste. Mit dem Bewertungssystem kann Davos Projekte auswählen, wenn die Nachfrage die Zahl übersteigt, die die Gemeinde wirksam bearbeiten und beaufsichtigen kann.
Die unmittelbare Folge ist Planungssicherheit auf Verwaltungsebene. Die Gesuchstellenden, die eine Bewilligung erhalten haben, können ihre Planung innerhalb des Kontingents fortsetzen. Die 21 abgelehnten Projekte können mit den eingereichten Gesuchen nicht umgesetzt werden. Die 44 Gesuche über die 146 geprüften Projekte hinaus werden in der vorliegenden Darstellung der Gemeinde nicht näher beschrieben. Ihr Status lässt sich daher anhand der verfügbaren Informationen nicht feststellen.
Der Entscheid signalisiert auch, dass künftige WEF-Planungen in Davos sowohl an den lokalen Kapazitäten als auch an der Nachfrage der Veranstaltung gemessen werden. Nachhaltigkeit, öffentlicher Boden und der Platzbedarf für Gäste gehören nun neben Vollständigkeit, Einreichungszeitpunkt und bisherigem regelkonformem Verhalten zu den Kriterien für einen Stichentscheid.