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Wettbewerb aus China trägt zum Rückgang der Autopreise in der Schweiz bei
Die durchschnittlichen Angebotspreise für Neu- und Gebrauchtwagen in der Schweiz sanken im dritten Quartal erneut. Der Wettbewerb durch preisgünstigere chinesische Marken trug zum Rückgang bei. Die Neuwagenpreise fielen im Jahresvergleich um 5,8%, die Gebrauchtwagenpreise um 4,3%.

Die Angebotspreise für Neuwagen sanken innerhalb eines Jahres um 5,8%, ein weiteres Zeichen für Schweizer Käuferinnen und Käufer, dass sich der Markt zu ihren Gunsten entwickelt. AutoScout24 verzeichnete zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2026 einen weiteren Rückgang um 2,6%. Die Preise für Gebrauchtwagen sanken im Jahresvergleich um 4,3% und gegenüber dem Vorquartal um 0,8%.
Die Zahlen beziehen sich auf Angebotspreise auf dem führenden Online-Automarktplatz der Schweiz, nicht auf die letztlich bezahlten Transaktionspreise. Dennoch zeigen sie eine breite Entwicklung im Markt. Familien, die ein älteres Fahrzeug ersetzen, Pendlerinnen und Pendler, die ein erschwinglicheres Modell suchen, und Unternehmen, die ihre Flotten erneuern, finden allesamt tiefere ausgeschriebene Preise vor als vor einem Jahr.
Der Wettbewerb durch chinesische Hersteller trägt zu dieser Entwicklung bei. AutoScout24 erklärte, diese Marken bauten ihre Präsenz in der Schweiz mit preisgünstigeren Modellen aus und machten zugleich mit Technologie und rascher Produktentwicklung auf sich aufmerksam. Ihre zunehmende Sichtbarkeit bietet Konsumentinnen und Konsumenten mehr Möglichkeiten beim Fahrzeugvergleich in einem Markt, der lange von europäischen, japanischen und südkoreanischen Herstellern geprägt war.
Auch das Angebot wächst. Die Zahl der auf AutoScout24 ausgeschriebenen Fahrzeuge stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,7% und im Jahresvergleich um 2,6%. Eine grössere Auswahl und ein schärferer Preiswettbewerb setzen Verkäuferinnen und Verkäufer sowohl auf dem Neu- als auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt unter Druck.
Die Preisunterschiede bei den Antriebsarten im Blick behalten
Die Preise für neue Plug-in-Hybride brachen im Jahresvergleich um 16% ein, der stärkste Rückgang in der AutoScout24-Analyse. Der Einbruch weist auf ein besonders umkämpftes Segment hin, in dem Käuferinnen und Käufer Benziner, Hybridfahrzeuge und vollelektrische Modelle gegeneinander abwägen können.
Auch neue Benziner wurden günstiger. Ihre durchschnittlichen Angebotspreise sanken gegenüber dem zweiten Quartal um 4,4% und gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 4,9%. Diese Rückgänge betreffen eine der vertrautesten Fahrzeugkategorien auf Schweizer Strassen. Käuferinnen und Käufer wägen hier weiterhin Anschaffungspreis, Betriebskosten und den Zugang zu Ladeinfrastruktur ab.
Bei Elektroautos zeigt sich ein gemischteres Bild. Gebrauchte Elektrofahrzeuge verteuerten sich gegenüber dem Vorquartal um 1,5% und waren damit die einzige Kategorie in der Analyse mit einem kurzfristigen Preisanstieg. Ihre Preise lagen dennoch 1,4% unter dem Stand vor einem Jahr. Der jährliche Rückgang deutet darauf hin, dass Wertverlust und ein wachsendes Angebot den Gebrauchtmarkt für Elektroautos weiterhin beeinflussen, auch wenn es in einzelnen Quartalen zu vorübergehenden Erholungen kommt.
Chinesische Hersteller treten mit Modellen in diesen Wettbewerb ein, die sich durch Preis, Ausstattung und neuere Technologie auszeichnen. AutoScout24 hatte zuvor auf ihre wachsende Präsenz in der Schweiz hingewiesen. Ihre Expansion erhöht den Druck auf etablierte Marken, insbesondere in Segmenten, in denen Käuferinnen und Käufer Elektro- und Hybridantriebe genau vergleichen.
Mehr Inserate verschärfen den Wettbewerb
Die Inserate für Gebrauchtwagen nahmen im Jahresvergleich um 2,5% zu und erweiterten damit die Auswahl für Schweizer Autofahrerinnen und Autofahrer. Über alle Fahrzeuge hinweg zählte AutoScout24 2,6% mehr Inserate als ein Jahr zuvor. Die Inserate für Neuwagen stiegen im Jahresvergleich um 3,9%, gingen gegenüber dem Vorquartal jedoch um 0,8% zurück. Die Zahl der Gebrauchtwageninserate wuchs gegenüber dem Vorquartal um 0,9%.
Das zusätzliche Angebot kann die Angebotspreise unter Druck setzen. Händlerinnen und Händler sowie private Verkäuferinnen und Verkäufer konkurrieren stärker um Käufer, während sich Autofahrerinnen und Autofahrer mehr Zeit nehmen können, um Kilometerstand, Ausstattung, Garantiebedingungen und Finanzierung zu vergleichen. Eine grössere Auswahl macht es zudem schwieriger, den bisherigen Marktwert älterer oder weniger konkurrenzfähig bepreister Fahrzeuge zu halten.
Die Auswirkungen reichen über die Autohäuser hinaus. Autos sind in der Schweiz eine bedeutende Anschaffung für Haushalte, und tiefere Angebotspreise können die anfänglichen Kosten beim Ersatz eines Fahrzeugs senken. Wie stark dieser Vorteil ausfällt, hängt vom Modell und von der Käuferschaft ab, denn Finanzierungssätze, Versicherung, Wartung sowie Treibstoff- oder Ladekosten fallen weiterhin zusätzlich an.
Die Zahlen von AutoScout24 beziehen sich auf Inserate und nicht auf abgeschlossene Verkäufe. Sie zeigen daher nicht genau, wie viel Käuferinnen und Käufer letztlich bezahlen. Sie verknüpfen die sinkenden Preise jedoch mit einem Markt, auf dem mehr Fahrzeuge und eine grössere Markenvielfalt verfügbar sind. Chinesische Hersteller sind Teil dieser wachsenden Auswahl, aber nicht die einzige Erklärung dafür.
Auf einen breiteren Markenwettbewerb einstellen
Chinesische Marken werden zu einem sichtbareren Teil des Schweizer Automarkts, wie AutoScout24 Anfang dieses Jahres einschätzte. Ihre tieferen Preise, ihre Technologie und ihr hohes Innovationstempo wecken Interesse, während etablierte Hersteller mit einem Markt konfrontiert sind, in dem die durchschnittlichen Angebotspreise sinken.
Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wird die nächste Phase davon abhängen, wie sich diese Fahrzeuge langfristig in Bereichen bewähren, die für die Kaufentscheidung wichtig sind: Servicenetz, Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Wiederverkaufswerte und Softwareunterstützung. Die Quellenanalyse enthält keine Verkaufszahlen nach Marke und nennt keine einzelnen Hersteller. Deshalb lässt sich daraus nicht ablesen, welche chinesischen Unternehmen am stärksten Marktanteile gewinnen.
Der allgemeine Preistrend ist bereits klar. Neu- und Gebrauchtwagen kosten im Durchschnitt weniger als vor einem Jahr, während das Angebot gewachsen ist. Den stärksten Rückgang gab es bei neuen Plug-in-Hybriden. Gebrauchte Elektroautos lagen trotz einer Erholung gegenüber dem Vorquartal weiterhin unter ihrem Vorjahrespreis.
Händlerinnen und Händler müssen grössere Lagerbestände und direktere Vergleiche zwischen Marken bewältigen. Käuferinnen und Käufer haben unterdessen mehr Verhandlungsspielraum und mehr Ausstattungsmerkmale abzuwägen. Der Schweizer Markt bleibt etablierten Herstellern offen, doch das Auftreten preisgünstigerer chinesischer Modelle verändert die Vergleichsgrundlage, an der jedes Auto gemessen wird.